11 – 2011

et cetera Cape Town

In Kapstadt trafen Tibor Joanelly und Caspar Schärer auf einen Stadtkörper, an dem die Narben der jahrzehntelangen Rassentrennung nur langsam verheilen. Der mit Abstand grösste Teil der viereinhalb Millionen Einwohner lebt in der weiten Ebene der Cape Flats; die so genannten Townships wachsen in rasantem Tempo. Aus Mangel an anderen Möglichkeiten entsteht eine informelle Ökonomie, die massiv den öffentlichen Raum beansprucht. Über die Gestaltung dieser Stadträume soll die Entwicklung wenigstens punktuell gesteuert und gleichzeitig eine neue Grundlage für Gemeinschaft und Verantwortung geschaffen werden. Geradezu ein umgekehrtes Spiegelbild dieser Eindrücke ergeben die Erfahrungen der jungen Architektin Claire Abrahamse, als sie von Kapstadt kommend für eine Woche in Zürich weilte. Mit nie nachlassender Neugier durchstreifte sie die Stadt auf der Suche nach Nischen des Informellen, die nicht oder vor allem noch nicht vollständig kontrolliert und einer im Zonenplan vorbestimmten Nutzung zugeführt sind. Sowohl in Kapstadt wie auch in Zürich existieren das Formelle und das Informelle nebeneinander, allerdings in völlig unterschiedlichen Ausmassen und Intensitäten.

Urbane Injektionen

Die Genese öffentlicher Räume in Kapstadt

Tibor Joanelly, Caspar Schärer

Eingebettet in eine spektakuläre Landschaft ist Kapstadt ein beliebtes Touristenziel. Abseits der Attraktionen kämpft jedoch der grösste Teil der Bevölkerung in den Townships täglich um das Überleben. Seit mehr als zehn Jahren versucht die Stadt mit unterschiedlichem Erfolg, über die Gestaltung öffentlicher Räume die informelle Ökonomie in einigermassen geordnete Bahnen zu überführen und Gewalt und Kriminalität einzudämmen. 

Township Hanover Park, im Rahmen des Dignified Places Programme ausgeführte Dachkonstruktion für einen informellen Markt, Architekt Lucien LeGrange, 2001.

Urbane Nischen

Zonen für informelle Gesellschaften

Claire Abrahamse

Von der südlichen Hälfte des Globus her betrachtet ist Zürich eine dank einer hochgradig ausdifferenzierten Urbanität vorbildlich funktionierende Stadt für das 21. Jahrhundert. Der südliche Blick entdeckt aber hinter den Regeln und dem wohlkalkulierten und gut gehegten Image des internationalen Finanzzentrums einen Vorrat an informellen Räumen, der zur Lebensqualität der Stadt wesentlich beiträgt, und ohne den eine nachhaltige und lebenswerte weitere Veränderung oder Entwicklung nur schwer möglich scheint.

Originaltext Englisch

Schrebergarten-Idylle in Zürich-Altstetten

Von Postkarten zu Bücherkisten

Umbau des Postbetriebsgebäudes Luzern zum Hochschulgebäude von Enzmann + Fischer Architekten, Zürich

Anna Schindler, Roger Frei und Mitch Enzmann (Bilder)

Das neue Hauptgebäude der Universität und der Pädagogischen Hochschule Luzern ist eine ehemalige Logistikhalle der Post. Mit geschickt konzentrierten Eingriffen hat der Umbau daraus ein vielseitiges Hochschulhaus hervorgebracht.

Foyer im EG

Für Kopf und Hand

Die Lehrwerkstätten (École des Métiers) in Freiburg von Graber Pulver Architekten, Zürich und Bern

Martin Tschanz, Georg Aerni (Bilder)

Eine besondere Schwierigkeit bietet sich Architekten, wenn Gebäude in gleichem Masse überzeugend den Geboten der Zweckmässigkeit und der Repräsentation genügen sollen. Mit einem klaren, vielschichtigen und komplexen Bau haben Graber Pulver Architekten diese Herausforderung gemeistert.

Ausschnitt Fassade: Einblick in die Konstruktion und funktionale Logik

Zweierlei Stadt

Der Prime Tower von Gigon Guyer und der Mobimo Tower von Diener & Diener

Daniel Gut, Andrea Helbling (Bilder)

In Zürich West ragen zwei erste neue Hochhäuser über den Stadtkörper. Wie sie in der Stadt stehen und für was sie stehen, hat in gewisser Hinsicht antithetischen Charakter. Ein Vergleich.

Mobimo Tower und Prime Tower von Zürich West

Bauten

My home is not my castle. Ein Einfamilienhaus in Sonvico von Martino Pedrozzi
Originaltext Italienisch

Wettbewerb

Angemessen. Zum Wettbewerb für Ergänzungneubauten der Kantonsschule Chur im Raum Plessur. 1. Rang Andy Senn, St. Gallen

Umbauten

Wohnmaschinen zu Wohlfühloasen. Umbau von Alterswohnungen in Zürich von Schneider Studer Primas Architekten

Forschung

Zur energetischen Sanierung der Grosssiedlung Le Lignon in Genf

Innenarchitektur

Assemblage mit Kisten. Showroom des Weinhauses Albert Reichmuth in Zürich von OOS

bauen+rechten

Von nicht unterzeichneten Regierapporten

werk-material 03.05 / 584

Hohe Symbolkraft

Yves Dreier

Logistikzentrum IKRK in Genf von group8, Genf (Produktionsbauten)

Originaltext Französisch

Ansicht von der Strasse des Logistikzentrums der IKRK in Genf von group8.

werk-material 03.07 / 585

Markenimage und Raum

Marielle Savoyat

Betriebsgebäude Swisspor in Châtel-St-Denis von Cadosch & Zimmermann Architekten, Zürich, und Olivier Charrière, Architekt, Bulle (Produktionsbauten)

Originaltext Französisch

Ansicht von Norden mit geschützten Verladelampen der Produktions- und Lagerhallen swisspor.

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