12 – 2011

Um dreissig

Gewährsleute in verschiedenen Landesteilen der Schweiz haben die jüngste Generation Architektinnen und Architekten in den Dreissigern porträtiert. Aus dieser Recherche hervorgegangen ist eine auch persönlich gefärbte und aus unterschiedlichem Blickwinkel kommentierte Auswahl von 36 Büros und Einzelfiguren, die in kurzen Spots zu einzelnen ihrer Bauten oder Projekte selber zu Wort kommen. Für eine landesweit verbreitete Zeitschrift wie werk, bauen + wohnen war es selbstverständlich, den Blick nicht zu eng auf die derzeitigen urbanen Epizentren der schweizerischen Architektur einzugrenzen, sondern auch auf Regionen zu richten, in denen etwas abseits und sparsamer gesät nicht minder interessante junge Leute an der Arbeit sind. Entstanden ist ein vielfältiges Portrait einer Architektengeneration, die engagiert um einen Platz in einem umworbenen Markt kämpft und deren Arbeit sich zuweilen durch eine erstaunliche Reife auszeichnet.

Leseprobe

Erweiterte Grenzen

Aufbruchstimmung in der Suisse romande

Marielle Savoyat

Eine junge Generation Architekten profitiert von kreativem Elan, getragen von einer ermutigenden Konjunkturlage in der Bauindustrie. Ungleich ihren Vorgängern, die aufgrund mangelnder Arbeit oft andere Tätigkeiten ergreifen mussten, bewegen sich die Jungen heute in einer dynamischen Atmosphäre des «alles ist möglich».

Originaltext Französisch

Dreier Frenzel Architekten: «The Garden Shelf», Confignon, 2009. Die vielfältigen Nutzungsvorgaben an das kleine Objekt führten zu der Idee eines Regals. Wie bei einem Möbel kann man auch hier auf verschiedene Funktionen direkt und schnell aus dem Garten zugreifen. Werden die grau lasierten Holzläden zur Seite geschoben, verbindet sich der Pavillon mit dem Garten.

Horizontal und vertikal vernetzt

Adrian Meyer und Christian Mueller Inderbitzin im Gespräch mit werk, bauen + wohnen

Ein Altersunterschied von 35 Jahren entspricht ziemlich genau der Spanne einer Generation. In der Architektur aber wird in derselben Zeit mindestens eine Generation übersprungen. Im Gespräch zwischen Adrian Meyer, Architekt in Baden und emeritierter Professor an der ETH Zürich und Christian Müller Inderbitzin, Architekt in Zürich treten darum eher die evolutionären und verbindenden Facetten des Berufs in den Vordergrund. 

EMI Architekten. Wohnungsbau Steinwies-/Irisstrasse, Zürich-Hottingen, Wettbewerb 2001, 1. Preis, Planung und Ausführung 2011-2013. Der Bau entzieht sich einer eindeutigen typologischen und stilistischen Zuordnung.

In der ruhigen Mitte

Junge Architekturbüros in der Region Bern / Biel

Stanislas Zimmermann

Vier junge Architektenteams aus dem westlichen Mittelland machen sich Gedanken über das besondere Umfeld und die Bedingungen, die ihre Arbeit bestimmen: aus Bern Freiluft und Maeder Stooss Architekten, aus Biel von Bergen Lüthi und 115West° Architekten. 

Freiluft. Schlossareal König, 2007-2008. Studie für einen Ideengarten, eine gedeckte Verbindung im Areal oder einen neuen Park. Das ist es, worauf Sie schon immer gewartet haben: Die Weltneuheit in Sachen Architektur!

Eingebettet, nicht losgelöst

Verwurzelung und Vernetzung in der Zentralschweiz

Alberto Alessi

Trotz eindrücklicher Landschaften und Berge ist die Zentralschweiz «künstlicher und konstruierter» als allgemein angenommen. Fünf junge Architekten erzählen, wie sie in der heterogenen Region leben und arbeiten. 

dolmus Architekten. Abdesthane in Ankara, Studienauftrag 2010, in Bearbeitung, in Zusammenarbeit mit baraka architects, Istanbul. Um den Strom der Gläubigen bewältigen zu können, benötigt die 1427 erbaute Hack Bayram Moschee eine neue Abdesthane, eine Gebetswasch-Halle.

Architektur ohne Stadt

Schwieriges Umfeld im Tessin

Alberto Caruso

Es ist nicht leicht, im Tessin ganz junge Architektinnen und Architekten zu finden, die sich im hart umkämpften Markt mit ihrer Arbeit behaupten können. Zu beobachten ist ein Abweichen vom Realismus der Moderne.

Originaltext Italienisch

Nicolas Polli. Altar für die Kirche San Giuseppe in Ligornetto, 2008. Der Altar aus einheimischem Nussbaum-Kernholz ist aus achtzig Kanthölzern zusammengefügt, die mit Hochdruck zusammengeleimt einen nach oben leicht ausladenden, keilförmigen Körper ergeben.

Kulturelle Vielfalt und kurze Wege

Ein günstiges Klima für die Selbständigkeit in Basel

Katharina Marchal und Jean-Pierre Wymann

Basel ist attraktiv für junge Architekten und Architektinnen. Die überschaubare Stadt fördert den Austausch in der Szene und vergleichsweise günstige Büromieten erleichtern den Sprung in die Selbständigkeit. 

Felippi Wyssen. Marienkapelle, 2010. Die Marienkapelle ist ein mobiler Raum und soll auf eine Reise durch die Schweiz geschickt werden. Sie hat die Aufgabe, sowohl in urbanem Kontext als auch in ländlicher Umgebung ihrer Funktion als Rückzugsort gerecht zu werden.

Einfamilienhaus

Mehrfach der Natur verbunden. Haus Andrist in Biel Benken von Berrel Berrel Kräutler Architekten

Wettbewerb

Articulated City – Shared City. Studienauftrag «Gestaltungskonzept Innenstadt», Basel

Bauten

Höhenweg. Panoramagalerie auf Pilatus Kulm von Niklaus Graber & Christoph Steiger Architekten

Innenarchitektur

Ein neuer Blick auf das Werk von Robert und Trix Haussmann

Ausbildung

Prof. Gion A. Caminada und sein Assistent Thomas Stettler im Gespräch mit Nott Caviezel

In eigener Sache

Ein Dank an Nott Caviezel, Chefredaktor werk, bauen + wohnen

werk-material 01.02 / 586

Kultivierte Wohnlichkeit

Martin Tschanz

Wohnhaus Segantini, Zürich-Höngg von Baumberger & Stegmeier, Zürich

Ansicht von Norden: Wohnhaus Segantini von Baumberger & Stegmeier, Zürich

werk-material 01.02 / 587

Behagliche Bude

Caspar Schärer

Mehrfamilienhaus Blumensteinweg in Solothurn von Dual Architekten, Solothurn

Holzständerbauweise auf betoniertem Sockel von Dual Architekten, Solothurn

Lesen Sie werk, bauen + wohnen im Abo und verpassen Sie keine Ausgabe oder bestellen Sie diese Einzelausgabe