Studio AGLO, Kloten

Agglomeration heisst «fest anschliessen»

Ein junges Büro in Kloten, abseits der ausgetretenen Pfade der städtischen Zentren, zudem noch mit dem vielversprechenden Namen AGLO: Das war der Fund eines nächtlichen Streifzugs durch die Periferien des Internets. Dario Egli und Raffael Gauss arbeiten seit 2012 zusammen und erklären hier, was es mit ihrem Namen auf sich hat und was sie an der Architektur reizt.

Wie hat sich Euer Werdegang als Architekten gestaltet?

Wir haben uns an der CEPT University in Ahmedabad kennengelernt. Vor dem Austauschsemester in Indien studierten wir beide an der ETH Zürich und Raffael für zwei Jahre auch an der Accademia di architettura in Mendrisio. Nach dem Studium suchten wir beide den Bezug zur Baupraxis: Raffael als Projekt- und Bauleiter für das Wohnhaus in Riedikon bei Gramazio & Kohler und Dario als Bauleiter beim Umbau der Kartause Ittingen durch Harder Spreyermann. Zum Schritt in die Selbständigkeit boten sich Umbauprojekte aus unserem privaten Umfeld an. Was mit einer losen Zusammenarbeit begann, setzen wir seit 2014 in der gemeinsamen Firma fort.

Was bedeutet eigentlich Euer Bürokürzel?

Der Name steht für unser Credo ans Agglomerative im architektonischen Entwerfen und Denken. AGLO steht aber auch für unser Verständnis vom Umfeld, in dem wir bauen: Die Stadt ist Teil der Agglomeration, das Haus ist Teil der Stadt und der Raum Teil des Hauses.

Was ist Euch wichtig im Denken und Entwerfen?

Wir verstehen Architektur als nicht-linearen Prozess, bei dem möglichst viele Ebenen und Aspekte mit einbezogen werden sollen, in dem in immer neuen Konstellationen gearbeitet und bei dem der Fokus ständig angepasst werden soll. Für uns ist immer auch die Umgebung ein wichtiger Bestandteil des Entwurfes. Auch wenn wir sie nicht oder nur geringfügig verändern, versuchen wir zwischen der Umgebung und dem Gebäude eine stimmige Verbindung zu entwickeln.

Wie zeigen sich diese Aspekte konkret im Haus Steinwies?

Das Haus Steinwies ist in einer Zusammenarbeit mit Bölsterli Hitz entstanden. Dabei konnte man gegenseitig von einem grossen Erfahrungsschatz profitieren und ganz pragmatisch die Bürokapazität verdoppeln, ohne Leute einzustellen.
Beim Umbau berücksichtigten wir das ehemalige Bauernhaus mit all seinen Räumlichkeiten und schlossen auch die Umgebung in unsere Betrachtung mit ein. Wir haben die Ausrichtung der Wohnung von der lärmigen Strasse abgewandt und über den neuen, überhohen Wohnraum zum Garten geöffnet. Neben dieser Anbindung an den Aussenraum schufen wir über den neuen Treppenturm eine Erweiterung des Wohnraums ins Tenn. Wo vorher eine strikte Trennung zwischen Wohn- und Ökonomieteil herrschte, entstand eine innere Fassade, die sich über Treppen, Türen und Fenstern mit dem Tenn verbindet.

Bauernhausumbau, Gutenswil

Studio AGLO, Kloten

www.studioaglo.com

Bauernhausumbau in Gutenswil

Pfäffikerstrasse 107, 8605 Gutenswil; Bauherrschaft: Privat; Chronologie: Planungsbeginn 2013, Baufreigabe 2014, Bezug 2015; Fotograf: Peter Baracchi

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