04.11.2019

Wie vermitteln wir Baukultur?

Der Herbst steht vielerorts im Zeichen von Baukultur-Debatten. Nachdem das Bundesamt für Kultur in Bern die Stellungnahmen aus allen Himmelsrichtungen zur Kulturbotschaft eingesammelt hat, gehen die Diskussionen weiter. Am Freitag dieser Woche sprechen in Zürich Professorinnen und Professoren von Architekturschulen zum Thema, wie Baukultur vermittelt werden soll. Was ist relevantes Grundwissen aus Theorie und Praxis des Bauens, das alle Bürgerinnen und Bürger wissen müssen, um am Diskurs über die gebaute Umwelt teilzunehmen? Das Fundament dafür wird bekanntlich in den Schulen gelegt. Deswegen organisiert der Verein zur Baukulturvermittlung Archijeunes (früher Spacespot), unterstützt von der ETH Zürich, das Kolloquium «Elemente einer baukulturellen Allgemeinbildung».

Konkret sind die Teilnehmer aufgefordert Kriterien und Methoden aus ihrer Fachdisziplin aufzuzeigen, um systematisch Wissen vermitteln zu können, als Grundlage für eine baukulturelle Allgemeinbildung. Ziel ist eine Publikation der unterschiedlichen Ansätze aus den Fachdisziplinen.

So umkreisen die Fragen, die auf fünf Podien am 8. November in der Semper-Aula im Hauptgebäude der ETH Zürich anstehen, das Thema der Grundlagenvermittlung. Diesen Freitag ab 8.30 Uhr wird diskutiert: Auf fünf Podien mit dreizehn Vertretern. Mit von der Partie sind alt wie jung: emeritierte Professoren wie Ákos Moravánszky und Stanislaus von Moos, die zu Architekturtheorie und Geschichte sprechen, genauso wie die derzeit in Liechtenstein Raumplanung lehrende Anne Brandl oder Gabi Dolff-Bonekämper von der Denkmalpflege der TU Berlin. Dreizehn Fachdisziplinen sind eingeladen, ihre Ansprüche zu formulieren. Mit dem fünften Podium kulminieren die Debatten am Freitagabend: Elli Mosayebi und Christophe Girot debattieren die Sichtweisen aus der Architektur und der Landschaftsarchitektur.

Als Präludium spricht bereits am Donnerstagabend, dem 7. November die Soziologin Martina Löw um 18 Uhr zum Blick aus der Gesellschaft auf die Thematik. Das detaillierte Programm findet sich auf der Webseite von Archijeunes. Die Veranstaltung ist gratis. Die Organisierenden bitte jedoch um eine Anmeldung.

— Roland Züger
© zVg
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