12.03.2019

Bewegte Kunst im Cover

Legosteine drehen im Raum und fügen sich wie von unsichtbarer Hand ineinander, sanft wiegt sich das pelzige Gras eines raupenähnlichen Rasenkörpers im Wind: Das Titelbild von werk, bauen + wohnen ist in Bewegung geraten – zumindest für die Besucherinnen und Besucher unserer Website – und jene, die das Heft über die wbw-App digital lesen. 2019 revolutionieren die Graphic Designer Felix Pfäffli und Raphael Leutenegger von Studio Feixen aus Luzern das wbw-Cover.

Virtuelle Bildwelten

Im vergangenen Jahr erfreuten wir uns an der handgreiflichen Unmittelbarkeit von Maria Pomianskys in Acryl gemalten Coverbildern. An Originalschauplätzen in klassischer Plein-air-Manier entstanden, gaben uns Maria Pomianskys Bilder Anlass, Architektur – und ihr Umfeld – neu zu sehen.

Eine ganz andere Art der Auseinandersetzung ist 2019 das Thema. Die Künstlichkeit virtueller Architekturdarstellung, wie wir sie im Alltag in Form von Renderings konsumieren oder selber herstellen, wird in den Titelbildern von Studio Feixen mit einem Augenzwinkern auf die Spitze getrieben. Da Marketing-Interessen dabei keine Rolle spielen, ist die offensichtliche Verfremdung erwünscht, nicht jedoch haptisch ansprechende Materialien, malerische Lichtstimmungen oder Menschen mit Kinderwagen, Chai Latte und Aktenkoffer, wie wir das von kommerziellen Renderings gewohnt sind. Studio Feixen reduziert Titel und Thema des Hefts kurzerhand auf ein virtuelles Objekt, das nicht im herkömmlichen Sinn schön zu sein braucht, das aber in der Tradition des Plakats durch Zuspitzung dazu anregt, sich zum angekündigten Inhalt Fragen zu stellen. Wie wird über Nahtstellen aus Teilen ein Ganzes? Was heisst «vertikales Grün»? Dabei entspricht das gewählte Bild gerade nicht der spontanen Erwartung, und genau diese Irritation gefällt uns.

International erfolgreiche Grafik aus Luzern

Studio Feixen besteht seit 2009 und feiert seither erstaunliche Erfolge auf internationalem Parkett. Mit über 130'000 Instagram-Followern und Auftraggebern aus aller Welt – vom Theater Luzern und dem alternativen Kulturzentrum Südpol bis hin zu Google, Nike, Hermès oder der New York Times – gehört Studio Feixen zu den namhaften Playern. Ihre Sprache ist klar, kraftvoll und ideenreich, Typografie wird darin zum Bild, Farbe zum Raum und Grafik ein Teil des Stadtraums. So scheinen Farbe und Text auch auf gedruckten Plakate von Studio Feixen immer in Bewegung – nicht erst in der Animation.

Wir freuen uns auf 10 bewegte und anregende Titelbilder im Jahr 2019.

— Daniel Kurz

www.studiofeixen.ch

© Franca Pedrazzetti
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