06.04.2021

Boden für alle

Mit dem Satz, dass der Boden nicht mit einem Joghurt vergleichbar sei, ging die SP-Politikerin Jacqueline Badran 2018 in die hiesige Geschichte und nun auch in die Wiener Ausstellung ein. Aber die Kuratorinnen Karoline Mayer und Katharina Ritter durchpflügen das Thema «Boden» auch abseits der Kapitalismuskritik und illustrieren es für eine breite Bevölkerung. Sie fragen beispielsweise: Wie wird Grün zu Bauland und was hat das mit unseren Lebensträumen zu tun? Ländervergleiche, inklusive Seitenblick in die Schweiz, veranschaulichen Stärken und Schwächen verschiedener Ansätze. Eine Sammlung bestehender und neuer Instrumente weist Wege zu einer Raumplanung, die den Boden schont, den Klimawandel abfedert, der Wohnungsfrage und einer guten Architektur hilft. Aus der Schweiz zeigen die Wienerinnen die Praxis der Mehrwertabschöpfung und erklären, warum man in der hiesigen Raumplanung nicht blind gegenüber Bodenqualitäten ist. Auch Beispiele wie das Quartier Erlenmatt oder die Rolle der Stiftung Habitat kommen zur Sprache sowie die neue Bodeninitiative in Basel (Baurecht für Gemeindeland).

— Roland Züger

Boden für alle
bis 19. Juli 2021
Architekturzentrum Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien, www.azw.at
Mi–Mo 10–19 Uhr
Auf der Webseite ist ein Film als Einführung in die Ausstellung zu sehen.

Gleichnamiger Katalog
Angelika Fitz, Karoline Mayer, Katharina Ritter, AzW (Hg.)
Park Books, Zürich 2020
320 Seiten, 200 Abb.
16.5 × 24 cm, broschiert
CHF 45.— / EUR 38.—
ISBN 978-3-03860-225-5

© Johann Jaritz, Wikimedia Commons, lizensiert unter CC BY-SA 4.0; Collage: Christina Kirchmair
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