12.03.2021

Frauen Bauen

Seit 50 Jahren dürfen Frauen in der Schweiz abstimmen und wählen. Bauen dürfen sie schon länger. Und trotzdem sind Frauen im Baugewerbe in der Minderzahl; sie verschwinden nach dem Studium in anverwandte Berufe, allzu selten wirken sie in der Lehre – dabei wären Vorbilder doch nötig für ein Umdenken. Gerade deshalb sind Aufrufe, die sich nur an Frauen richten, richtig und wichtig, und wir möchten gerne auf den Open Call Frauen Bauen hinweisen: 

Kriterien und Auswahl

Der Open Call richtet sich an Architektinnen und Innenarchitektinnen mit Bezug zur Ostschweiz, egal ob pensioniert, angestellt, ein eigenes Büro leitend oder in Ausbildung. Gesucht sind Ideen für «immersive Räume», wobei das Vage, Prozesshafte genauso interessiert wie Elaboriertes. Es sollen Interieurs oder Strukturen entstehen, die keinen bestimmten zweckdienlichen oder pragmatischen Nutzen zu erfüllen haben, dafür vielleicht ein neues atmosphärisches Erlebnis bieten, wie die Installation von Andrea Heller (Bild). Das Büro für Baukultur wählt aus den eingesandten Bewerbungen drei Ideen aus, die zwischen Mai und August 2021 während jeweils einem Monat im Espace Nina Keel präsentiert werden. Pro Ausstellung steht ein Pauschalbetrag von CHF 1000 zur Verfügung.

Der Espace Nina Keel, ein real existierender Ausstellungsraum in St. Gallen für zeitgenössische Positionen der Architektur und Kunst, beteiligt sich an der Pilotphase des Büros für Baukultur (@Zeughaus Teufen), die mit dem mehrteiligen Projekt Frauen Bauen über das Jahr 2021 einen konzentrierten Blick auf Frauen in der Architektur richtet. Der Raum wird über die Sommermonate zu einer Plattform für einen experimentellen oder utopischen Raum auf Zeit.

— Jenny Keller

Architektinnen und Innenarchitektinnen mit Bezug zur Ostschweiz können ihre Ideen für eine raumgreifende Installation auf max. 3 A4-Seiten (Plan und Text, inkl. prov. Kosten, als pdf) bis zum 21. März an mail@ninakeel.com einsenden. Bild: Installation L’Endroit de l’envers von Andrea Heller zur Inspiration.

© Andrea Heller
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