22.08.2018

Inselurbanismus? Podium zum Ersatzwohnbau in Zürich

1998 hat Zürich begonnen, sich neu zu bauen. Keine andere Schweizer Stadt ersetzt seither in ähnlichem Umfang alte Wohnbauten durch neue. Entstanden ist dabei viel zusätzlicher Wohnraum für gebildete mittelständische Familien und gute Architektur, aber wenig Urbanität. Die neuen Siedlungen setzen zumeist die bestehende Monokultur des Wohnens fort und entwickeln Öffentlichkeit nach innen, ohne Anschluss an die Stadt zu finden. Und viele versuchen, an den Qualitäten einer Gartenstadt festzuhalten oder wiederholen sogar deren städtebauliche Muster, obwohl die gegenüber den Vorgängerbauten viel höhere Dichte dem entgegensteht.

Im Quartier Schwamendingen, das von den Zeilenbauten und durchgrünten Zwischenräumen der Ära Albert Heinrich Steiner geprägt ist, wird die Problematik in einigen neuen Siedlungen besonders augenfällig, und andere zeigen mögliche Alternativen auf: neue Quartiere, die zur Stadt ein ausgesprochen urbanes Gesicht zeigen und die im Inneren einen funktional verdichteten Freiraum aufweisen, der dem ganzen Quartier dient. Welche Konzepte und Instrumente braucht Zürich, damit aus Siedlungsbau Städtebau wird? Wie nachhaltig ist der umfassende Abbruch und Neubau von Wohnraum? Ist gar ein Strategiewechsel der gemeinnützigen Bauträger angezeigt, um die Verdrängung schlechter verdienender und gebildeter Menschen aus der Stadt zu stoppen?

Am Dienstag, den 18. September, diskutieren wir anlässlich des Erscheinens unseres Hefts «Ersatzwohnbauten – 20 Jahre Verdichtung in Zürich» (wbw 9–2018) im Architekturforum Zürich mit den Gästen Katrin Gügler (Direktorin Amt für Städtebau, Zürich), Jörg Lamster (durable, Planung und Beratung), Christian Schmid (Professor für Soziologie, ETH Zürich) und Adrian Streich (Adrian Streich Architekten). Moderiert wird das Gespräch von Daniel Kurz (Chefredaktor werk, bauen + wohnen) und Caspar Schärer (Architekturforum Zürich, Generalsekretär BSA). Der Anlass ist eine gemeinsame Veranstaltung des Architekturforums Zürich und von werk, bauen + wohnen.

— Die Redaktion

Diskussion im Architekturforum Zürich
Dienstag, 18. September, 19 Uhr

Das Heft «Ersatzwohnbau» bestellen.

© Saskja Rosset
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