02.05.2017

Prix Meret Oppenheim 2017

Die diesjährigen Träger des Prix Meret Oppenheim sind Peter Märkli, Philip Ursprung und die Fotokünstlerin Daniela Keiser. Der Preis wird seit 2001 durch das Bundesamt für Kultur vergeben und gilt als eine der prestigeträchtigsten Auszeichnungen der Schweiz in den Bereichen von bildender Kunst und Architektur. Märkli und Ursprung darf man gut und gerne als ein Gespann bezeichnen, dem die Architektur ungewohnte Aspekte verdankt. Der 1953 geborene Märkli gilt als Architekt, welcher der Schweizer Baukunst aus einer ganz eigenen, zeitlosen Position heraus wichtige Impulse verliehen hat; sein Interesse für Proportion, Wahrnehmung, Ausdruck und das Leben schlechthin führte zu Bauten, die – immer in der heutigen Zeit gegründet – unmittelbar an das Erbe der abendländischen Architektur anknüpfen. Märklis Suche nach einer allgemeinen «Sprache der Architektur», die sich an Geschichte, Baustelle und der Anschauung bildender Kunst nährt, macht seine Bauten über stilistische Fragen und rhetorische Experimente hinaus erhaben, lesbar und verständlich.
Die Meta-Sprachen von Kunst und Architektur – also das, was zwischen den Zeilen, zwischen den Werken und Bauten passiert – ist das Gebiet von Ursprung. Der Kunsthistoriker hat oftmals verschwiegene Verbindungen zwischen Kunst und Architektur ans Licht geholt und so die Arbeitsweise von Künstlern wie Robert Smithson oder Architekten wie Herzog & de Meuron erschlossen. Eine seiner Thesen ist, dass Architektur heute, an Ort und sozialen Kontext gebunden, der Kunst einiges an Relevanz voraushat: Es kann kein Zufall sein, dass viele Künstler in der heutigen Zeit ausgesprochen architektonisch arbeiten.
Es kann auch kein Zufall sein, dass Märkli und Ursprung zusammen ausgezeichnet worden sind. Das gemeinsame Interesse für die wichtige und nicht immer ganz einfache Beziehung von Architektur und Kunst verbindet den Architekten und den Kunsthistoriker sozusagen auf reziproke Art. Der fruchtbare Dialog hat beide in mehreren Gesprächen zur Kunst am Bau und für den Bau zusammengebracht. Sprache verbindet!

Preisverleihung Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim und Schweizer Kunstpreise
12. Juni 2017, 17 – 18:30 Uhr

Ausstellung Swiss Art Awards 2017
Vernissage: 12. Juni 2017, 19 – 22 Uhr
Ausstellung: 13. – 18. Juni 2017, jeweils von 10 – 19 Uhr
Halle 3, Messe Basel. Der Eintritt ist frei

— Tibor Joanelly
© Katlin Deér / BAK, 2017
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