Die Zukunft des Saffa-Pavillons von Berta Rahm

Die gute Nachricht vorweg: Die Rettung der wesentlichen Substanz des Saffa-Pavillons von Berta Rahm ist gewährleistet. Das durfte der Verein «ProSaffa1958-Pavillon» vermelden, der sich aus einer engagierten Gruppe von Architektinnen, Kunsthistorikerinnen und freiwilligen Helferinnen zusammensetzt. Die Inneneinrichtung befindet sich bereits in einem Lager in Pratteln – und die weiteren Abbauarbeiten sind voraussichtlich bis Mitte Mai im Gange. Aufgrund dieses Termins musste mit dem Abbau begonnen werden, bevor die ganze Summe von CHF 80'000 durch Spenden erreicht werden konnte.

Eine schlechte Nachricht gibt es gar nicht, doch man soll und kann immer noch spenden, um dieses Engagement für ein kultur- und architekturhistorisch wertvolles Gebäude weiter zu unterstützen. Zwei Mitglieder des Vereins leisten momentan Freiwilligenarbeit beim Abbau in Gossau (ZH), wo der Aluminium-Pavillon als Demonstrationsküche und Betriebskantine eines Pilzzuchtunternehmens diente, bis er vor einigen Jahren nicht mehr gebraucht wurde und hätte abgebrochen werden sollen. Eine Bewilligung lag bereits vor, doch dank gutem Einvernehmen mit der Eigentümerschaft und einer grossflächigen Unterstützung aus der Fachwelt – darunter viele Privatpersonen und Planerbüros sowie auch der BSA, SIA, der kantonale Denkmalschutz oder der Schweizer Heimatschutz – konnte der Pavillon gerettet werden und wird vorerst eingelagert. Das Ziel der Lagerung dient in erster Linie der Rettung des Bauwerks einer in Vergessenheit geratenen Schweizer Architekturpionierin. Danach soll der Pavillon wiederaufgebaut und neu genutzt werden, nachdem er im Lager auch restauriert werden kann. Angebote für eine weitere Nutzung werden geprüft – und mit der Denkstatt und dem Baubüro insitu sind Fachleute im Verein, die sich mit der Neunutzung bereits aufgegebener Architektur bestens auskennen.

Das eingangs erwähnte grosse Engagement verschiedenster Akteurinnen, freiwilligen Helferinnen und die gute Berichterstattung in den Fachmedien, was wiederum für die gute Vernetzung spricht, hat dazu geführt, dass bereits viele Spenden eingetroffen sind. Die Initiantinnen sind überzeugt, dass man mit dem Aufruf zur Rettung dieses Pavillons einen Nerv getroffen hat; so waren es auch viele kleine Spenden, von Personen, die sich an die Saffa 1958 und den Pavillon erinnerten, die zum bisherigen Erfolg geführt haben. Wir meinen: Echtes Engagement und Eigeninitiative zahlt sich auf jeden Fall aus, und rufen dazu auf, noch mehr zu spenden, damit auch die Freiwilligenarbeit, die zur Zeit nicht nur auf der Baustelle geleistet wird, entlöhnt werden kann.

— Jenny Keller

Auf der Seite von ProSaffa1958-Pavillon kann mit wenigen Klicks gespendet werden.

Berta Rahm und die Saffa 1958 sind momentan auch im ZAZ in Zürich Thema, das bald wieder seine Tore öffnen darf und die Ausstellung Frau Architekt zeigt. Vgl. Interview mit der Kuratorin in wbw 3–2020.

© Privatarchiv Patrick Romanens
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