30.07.2020

Ausgezeichnetes Glitzern über dem Wasser

Keine andere Massnahme während des Corona-Lockdowns schien wunderlicher, als die Sperrung von See- und Flussufern. Der breite Zuspruch der Bevölkerung zeigt, dass in der Schweiz neben den siedlungsnahen Wäldern, besonders die Uferzonen die «wahren Parks» sind. So gesehen ist es nur konsequent, dass Stadt und Kanton Zürich für ihre gestalterischen Bemühungen an den Wasserlagen mit dem Schulthess Gartenpreis 2020 gewürdigt werden. Seit Jahren pflegen und entwickeln sie ihre Fluss- und Seeufer gezielt, dass sie nicht allein den Menschen, sondern auch Pflanzen und Tieren von Nutzen sind. So schloss man in den letzten Jahren nicht nur am Ufer des Seebeckens Lücken im Wegnetz, sondern hat manchen Meter Limmatufer, wie beim Wipkingerpark, renaturiert und zugänglich gemacht. Seit kurzen laden Sitztreppen am Sihlufer zum Genuss des Sonnenuntergangs ein, an Zürichs blinder Seite, wie Hugo Loetscher einst moniert hat. Die Öffnung der Wasserufer und die Anstrengungen zur Förderung der Biodiversität oder der Schutz vor Hochwasser gingen bei der Entwicklung Hand in Hand. Zur Feier dieser geglückten Zusammenarbeit von Amtsstellen bei Stadt, Kanton und Bund gibt es am 22. August ein Fest, zahlreiche Führungen und würdigende Worte. Wer dabei sein will, muss sich über den Schweizer Heimatschutz anmelden. Die Gästezahl ist limitiert. Alle anderen geniessen weiterhin von Treppe und Bank aus das Glitzern über dem Wasser – vielleicht mit der Publikation zum Gartenpreis in der Hand.

— Roland Züger

Publikation:
Fluss- und Seeufer in Zürich
Schulthess Gartenpreis 2020
CHF 10.– (CHF 5.– für Heimatschutzmitglieder)
Bestellung

© Pierre Marmy / Schweizer Heimatschutz
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