20.04.2020

Kostenkennzahlen: Die Reihe macht den Wert aus

Stimmen zum neuen werk-material.online

Jedes Bauwerk ist ein Einzelfall. Darum sind auch Kennzahlen immer individuell – erst in der Menge, in einer grossen Reihe ermöglichen sie zuverlässige Aussagen. Und die brauchen Architekten ebenso wie Kostenplaner, wenn ein neues Projekt entsteht.

Mit werk-material.online, der neuen digitalen Bauten-Datenbank bietet die CRB zusammen mit werk, bauen+wohnen seit Dezember 2019 eine einmalige Sammlung von Kennzahlen – und mehr noch: fast 900 Dokumentationen mit Plänen, Text und Fotos von ausgewählten Bauten. Schulhäuser, Wohnsiedlungen, Bürohäuser und Gewerbebauten, ebenso wie Werkhöfe, Hotels oder Schwimmbäder. Gleichzeitig, teuerungsbereinigt, vergleichbar. Seit Jahren hat man uns immer wieder bestürmt: «Wann endlich gibt es diese wertvollen Faltblätter in digitaler Form, die Vergleiche ermöglicht?» Vierzig Jahre nach dem Start der Rubrik werk-material ist es soweit: Die Datenbank kann für nur 500 Franken jährlich abonniert werden. Als digitales Tool bietet sie alle Vorteile des Vergleichens, Einordnens und Analysierens – mit diesem Argument begrüssten Sacha Menz von der ETH Zürich die neu lancierte Plattform werk-material.online (wbw 12–2019).

Vergleichen und Argumentieren

Seit Dezember 2019 ist das Statistik-Tool nun online, und wir haben uns bei Nutzern über seine Verwendbarkeit umgehört – denn allen ist klar: Die Datenbank kann und muss sich noch weiterentwickeln – dabei helfen uns konkrete Feedbacks.

Bei Jessen Vollenweider Architekten in Basel teilt man das Lob von Sacha Menz. Sven Kowalewsky, Bürochef und Partner, freut sich, dass es endlich ohne grossen Aufwand möglich ist, Zahlen zu vergleichen: Bislang kostete es viel Mühe, die Kosten aus den werk-material-Ausklappern in Papierform zu extrahieren. Ingemar Vollenweider ergänzt: «Die Übersicht, die das Analysetool liefert, ist spannend und bei der Argumentation gegenüber Dritten hilfreich.» Das bestätigt auch Hans-Peter Baumli von Graber Pulver in Zürich und Bern: Die Plattform stärkt die eigene Argumentation gegenüber den Planern.

Argumentation und Vergleich unterstützen die Arbeit der Architekturschaffenden in einer frühen Projektierungsphase. Die Annahmen eines Entwurfs werden erst plausibel, wenn sie mit den verschiedenen Realitäten von Gewerken und Bauherren abgeglichen werden. In der Argumentation gegenüber dem Bauherren schaffen Vergleichszahlen jenes Vertrauen, das in dieser offenen Phase besonders wichtig ist. Das werk-material.online, und insbesondere auch die vom Bundesamt für Statistik bereitgestellten Berechnungselemente, bieten gegenüber Bestellern oder Kostenplanern eine mit realen Daten hinterlegte Gesprächsgrundlage.

Eigene Projekte

Natürlich kann webbasierte Datenbank Erfahrung in der Planung nicht ersetzen. Laut Baumli sei das Vergleichen der Daten nicht trivial, und die aktuelle Fassung erlaubt es noch nicht, das eigene Projekt in die Analyse einzuspeisen. Trotzdem ermöglicht schon die aktuelle Version mit etwas Erfahrung eine schnelle und klare Einordnung des eigenen Entwurfs- oder Projektvorhabens, erklärt Baumli. Insbesondere die Baukosten BKP2 (zweistellig) und etwa die Honorare lassen sich in Bezug zu Flächen und Volumen dem eigenen Projekt gegenüberstellen.

Im Hochparterre Newsletter hat Urs Honegger das werk-material.online jüngst kritisch kommentiert. Er anerkennt den Wert der zur Verfügung stehenden Daten, doch überzeugt ihn ihre digitale Präsentation noch zu wenig: «Die Darstellung ist auf halbem Weg zwischen Print und Digital stehen geblieben.»

Nutzerkomfort ist zentral

Keine neue Web-Anwendung ist fehlerlos, das wissen wir auch. CRB und werk, bauen + wohnen nehmen die positiven wie die kritischen Rückmeldungen sehr ernst und arbeiten an der weiteren Verbesserung des Tools.

In einem weiteren Release wird die Erfassung des eigenen Projektes möglich sein. Darüber hinaus wird die Umschlüsselung von BKP2-Werten zu Bauteilgruppen, Bauteilen oder Elementen möglich ebenso wie die Erfassung eines Projekts in der Welt von eBKP-H. Neben diesen zusätzlichen Features werden die Auswahl- und Filtermöglichkeiten erweitert, wie etwa die Eingrenzung von Projekten nach einzelnen Flächenklassen, nach Formquotient oder Energiekennwerten. werk-material.online entwickelt sich weiter. Heute schon ist es das einzige Web-basierte Tool, das Kosten- und Konstruktionsvergleiche in grosser, statistisch relevanter Zahl ermöglicht. Ingemar Vollenweider bringt den Wert des gedruckten wie des digitalen Produkts auf den Punkt: «Ein gutes Stück Swissness, trocken und mit genügend Nerd-Charakter.»

— Tibor Joanelly, Daniel Kurz

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