02.12.2020

Wie rechnet sich mein Projekt?

werk-material.online mit erweiterten Funktionen

Architektur ist ... eine Excel-Tabelle. Diesen Eindruck haben Entwerfende nicht selten, wenn sie kurz vor der Wettbewerbsabgabe noch Flächennachweise erbringen und ihr Honorar berechnen sollen. Oder wenn ihnen die Bauherrschaft vorrechnet, dass das Projekt wieder einmal bedeutend über dem Budget liegt. Es st eine Binsenweisheit, dass Excel und andere Werkzeuge der Bauadministration Macht über die Architektur ausüben.

Die elektronischen Helferlein erinnern stets daran, dass Architektur einen realen Grund hat und an begrenzte Budgets gebunden ist. Diese richtig einzuschätzen und im Projekt wirkungsvoll zu verteilen, ist ein wichtiger Teil des Entwerfens – und erfolgt zumeist intuitiv, aufgrund von Erfahrung und Gefühl. Und nicht selten beruhen die Annahmen auf dem leider etwas unzuverlässigen Vergleich mit eigenen oder fremden Projekten. Diese Wolke des Ungefähren will die Datenbank werk-material.online mit ihrem neuesten Release etwas verfestigen. Denn neu kann ein eigenes Projekt, ob gebaut oder nicht, unmittelbar über seine Kennwerte mit anderen Projekten verglichen werden. Das eigene Projekt kann direkt numerisch in Kontext gesetzt werden (denn neben architektonischen oder sozialen Bezügen bilden Kennwerte ebenso einen Kontext).

Eigene Projekte erfassen

Das funktioniert ganz einfach. Eine webbasierte Eingabemaske führt wie bei der online-Steuererklärung in wenigen Schritten zu einem Datensatz, aus dem automatisch die wichtigsten Kennwerte generiert und mit denjenigen anderer Projekte verglichen werden können.

Der Vergleich erfolgt nicht nur aufgrund trockener Zahlen, sondern auch grafisch mittels Performance-Balken und Streudiagrammen (ersteres kennt man von der gedruckten Version des werk-materials, letzteres vom ersten Release von werk-material.online). Architekturschaffende können mehrere Projekte in die Datenbank einpflegen und sich so ein eigenes Portfolio anlegen. Die Eingabe kann auch mittels CSV-Datenimport erfolgen, ein Export der Projektdaten ist ebenso möglich.

Argumentationshilfen bieten

Der sichtbar gemachte numerische Kontext des eigenen Projekts bringt einige Vorteile. So können die Stärken eines Entwurfs «numerisch übersetzt» und gegenüber Projektbeteiligten und Bauherrschaften kommuniziert werden. So schafft die Plattform für Budgetdiskussionen Argumentationshilfen und somit gleich lange Spiesse für Architekturschaffende. Und nicht zuletzt fördert werk-material-online eine kritische Sicht auf die eigene Arbeit und eine neue Perspektive auf das eigene Projekt – und führt so zu vertieftem Erfahrungsgewinn.

Numerischen Kontext bilden

Die Plattform werk-material.online hat sich mit dem neuen Release zu einer datenbasierten Schweizer Bautensammlung gemausert, in die sich eigene Arbeiten über ihre numerischen Eigenschaften einreihen lassen.

Über die quantitative Erfassung mittels Kennzahlen hinaus bietet sie aber auch einen qualitativen Rahmen. Denn die in werk, bauen + wohnen unter der Rubrik werk-material publizierten Projekte sind im Heft architekturkritisch gewürdigt. Sowohl in den Faltblättern als auch online werden ihre städtebaulichen, konstruktiven und technischen Eigenschaften in Wort, Plan und Bild beschrieben. Mit dieser so hinterlegten Information können kosten-, energie- und nutzungsrelevante Unterschiede klar benannt und konzeptionell verfügbar gemacht werden. Denn Architektur ist ... Konzept und Kontext.

— Tibor Joanelly

Nutzungsgebühr
Jährliche Lizenzgebühr: CHF 500.–; Abonnenten von werk, bauen + wohnen erhalten 15% Rabatt.
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Release 2.0: Neu können auch eigene Projekte erfasst, verglichen und analysiert werden