15.09.2015

Zweite Chance für den Städtebau?

Die Siedlungsentwicklung nach innen war am Freitag Thema einer Tagung in Luzern, zu der sich über 60 Chefbeamte aus Schweizer Städten und Kantonen mit BSA-Architektinnen und –architekten trafen, wbw-Chefredaktor Daniel Kurz moderierte die vom BSA organisierte Tagung. Nachdem sich die Agglomerationen in den letzten Jahrzehnten chaotisch ausgebreitet haben, bringt die Siedlungsentwicklung nach innen die Chance der Aufwertung bislang gesichtsloser Quartiere durch neue Zentren. Voraussetzung dafür ist, dass nicht nach dem Giesskannenprinzip verdichtet wird, sondern aufgrund einer klaren Prioritätensetzung und eines räumlichen Konzepts. Das Beispiel Seetalplatz an der Grenze zwischen Luzern und Emmen zeigt, wie aus einer grossflächigen Verkehrswüste ein städtischer Ort werden kann. Voraussetzung sind weitblickende Politiker, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Architektur, Landschaftsarchitektur und Verkehrsplanung sowie ein langer Atem bei allen am Projekt beteiligten. Im Kontext der grossen Städte können hier auch Hochhäuser einen wichtigen Beitrag leisten, da sie Freiflächen frei spielen und als Hochhauscluster die Hotspots der Stadtentwicklung markieren – wie etwa in Basel am Messeplatz oder rund um den Bahnhof SBB. Qualitätsorientierte Verfahren lösen vielerorts das Bauen nach Vorschrift ab. Ebikon LU hat zum Beispiel die Ausnützungsziffer abgeschafft.

— Daniel Kurz
© Gemeinde Ebikon, www.rontaler.ch
Anzeige