In der Schweiz spürten viele Architekturschaffende in den 1990er Jahren die Jobflaute. Neugierig versuchten deshalb einige Frischdiplomierte ihr Glück im Ausland. Wir haben acht Stimmen versammelt, die von ihren Erlebnissen berichten – aus Barcelona, Berlin, Sevilla, Rotterdam und Wien.
Ende 1989 hatte ich mein Diplom an der ETH erworben. Einen Monat später stieg ich in Barcelona aus dem Nachtzug. Ich war in einer riesigen Baustelle angekommen.
Dem Beitritt Spaniens zur EU 1986 folgte wenig später der Zuschlag für die Expo 1992 in Sevilla, für die Kulturhauptstadt Madrid und im gleichen Jahr für die Olympiade in Barcelona. Ein enormer internationaler Geldfluss löste daraufhin einen beispiellosen Bauboom aus. Unglaublich, wie dieser Aufschwung bereits 1993 in einer tiefen Rezession enden sollte.
Weckten hierzulande erst Bars und Plätze im Gracia unser Interesse, wurde Barcelona mit gigantischen Infrastrukturprojekten für Strasse, Bahn und Hafen, mit neuen Parkanlagen, Stadien, Kongress- und Wohnbauten rasch zu einem Labor städtebaulicher Strategien. Eine jüngere Generation vorwiegend katalanischer Architekturschaffender erhielt über Nacht Zugang zu Aufträgen, die den Massstab der Stadt neu definieren sollten. Und mit ihnen eine Gruppe hungriger ETH-Absolventinnen und -absolventen, beflügelt vom Optimismus des Aufbruchs.
Elias Torres und José Antonio Martínez Lapeña wurden meine Arbeitgeber und Mentoren. Der Virtuose mit den spektakulären Ideen und der ruhige Pragmatiker, der diese Zeichnungen baubar machte. Es waren enigmatische Entwürfe, deren Wesen sich mir viel später erst erschloss. Die Wochenenden wurden durchgearbeitet. Das flirrende Licht des Südens reflektierte auf den Tischen, wo Bleistifte Linien zogen. Im Hintergrund Opernmusik – und Elias, der jedes Libretto mitsang. Von Euphorie und Leichtigkeit waren die Nächte getragen, späte Essen, Bars, Musik – das Lachen unserer spanischen Freundinnen und Freunde.
In kürzester Zeit hinterliess die bauliche Dynamik ebenso emblematische Bauwerke wie tiefe Wunden. Ganze Quartiere verschwanden vor unseren Augen, abgerissen die Hunderennbahn Canòdrom Pavelló, weggefegt Clubs wie KGB oder Satanassa. Doch die urbane Substanz erwies sich als bemerkenswert resilient. Barcelona zeigt bis heute, wie Architektur als Instrument der Transformation wirken kann – nicht als blosse Addition von Bauten, sondern als baukulturelles Projekt, das Identität stiftet und die Stadt immer wieder neu formt. —
Tom Pulver (1962) ist Architekt ETH und Mitbegründer von Graber Pulver Architekt:innen. Er lehrte an der ZHAW, der ETH Zürich, der EPF Lausanne und am Politecnico Milano.
Auf die Frage, was meine Aufgabe sei, antwortete mir Rafael Moneo: «¡Aguanta!» – halte durch, bis ich wieder da bin. Moneo war zu dieser Zeit Direktor der GSD in Harvard und reiste einmal im Monat nach Europa, um seine Büros und Baustellen zu besuchen. Gemeinsam mit Andrea Casiraghi hatte ich die Aufgabe, den Willen, die Ideale und die Ideen des Maestros gegen alle widrigen Einflüsse und Umstände zu verteidigen.
Wir arbeiteten an der Illa, einem über 300 Meter langen hybriden Gebäude an der Avenida Diagonal in Barcelona. Im Volksmund nannte man sie den «liegenden Wolkenkratzer». Zwar wurden die Referenzen zu den steinernen Riesen der USA – etwa dem Rockefeller Center – nie ausdrücklich benannt, doch waren sie stets präsent. Es war ein sehr grosses und anspruchsvolles Projekt, das wir von Hand zeichneten, entwickelten und realisierten. Dabei gab mir Rafael Moneo einige fundamentale Lektionen mit auf den Weg: Konzentriere dich auf wenige Themen. Qualität ist nicht verhandelbar. Vertraue der Architektur – den Regeln, der Ordnung und den Proportionen, der Disziplin und dem Wissen. Und: Ausnahmen, Störungen und Intuition sind erlaubt.
Barcelona war Anfang der 1990er Jahre «the Place to be» – und das nicht nur für junge Architektinnen und Architekten. Das Ende der Franco Diktatur 1975, der Beitritt Spaniens zur Europäischen Union 1986 und die Olympischen Spiele 1992 hatten eine Welle ökonomischer und kultureller Euphorie ausgelöst, auf der auch ich ein Stück weit mitsurfen durfte. Als Austauschstudent hatte ich Rafael Moneo in Harvard kennengelernt und am Wettbewerbsbeitrag für den Messepalast in Wien mitgearbeitet. Mich fas-zinierte nicht nur seine Architektur, sondern vor allem seine intellektuelle Brillanz und Persönlichkeit. Rafael Moneo entwirft, baut, schreibt und lehrt bis heute – er ist die zentrale Referenz für mein Berufsleben geblieben. —
Felix Wettstein (1962) ist Architekt und führt in Lugano das studio we. Er unterrichtet an der HSLU und war bis 2025 in der Redaktionskommission von werk, bauen + wohnen.
Die 1990er Jahre in Berlin waren eine Zeit radikaler Transformation. Nach dem Fall der Mauer wurde die Stadt zur grössten Baustelle Europas, zum Labor neuer Architektur- und Kulturformen. Grossprojekte wie das Regierungsviertel oder der Potsdamer Platz prägten das Stadtbild, während ich in Ost-Berlin Brachen, Provisorien, Bars, Clubs und experimentelle Räume voller Energie und internationaler Inspiration entdeckte.
Von 1993 bis 2002 arbeitete ich im Studio Libeskind. Mein Weg dorthin begann mit einer Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich, kuratiert von Alois Martin Müller, für die ich die Gestaltung realisierte – die erste Schau, die das Werk von Daniel Libeskind umfassend präsentierte. Sie öffnete mir den Zugang zu einem Büro, das Architektur radikal anders dachte, internationale Perspektiven vereinte und neue Denkweisen ermöglichte. Nach meinem Studium an der ETH Zürich war dies ein Kontext im Fluss, in dem sich Denken und Stadt gleichermassen veränderten.
An meine Zeit im Studio Libeskind erinnere ich mich als Reise in eine Wunderkammer der Architektur: ein Abtauchen in eine mir bis dahin unbekannte Welt, ein Auftauchen nur zwischendurch und für kurze Momente, ein quirliges, internationales Team, Architektur wie eine grosse, fragmentierte Spirale, die sich ständig weiterdrehte.
Berlin in den 1990ern war ein Konzentrat von Kulturen, ein intensiver Austausch zwischen Ost und West. Fasziniert war ich von Brachen, Provisorien, Bars, Clubs, vom «Murx»-Abend an der Volksbühne mit Christoph Marthaler, von Madonnas Girlie Show oder weiss 104, einer Installation mit 104 Waschmaschinen von Victor Kégli und Filomeno Fusco auf dem Schlossplatz.
Gleichzeitig irritierten mich der rücksichtlose Ausverkauf von Grund und Boden und die klare Dominanz des Westens – die andere Seite dieses radikalen Umbruchs. Die Architekturdiskussion war allgegenwärtig, kontrovers und unversöhnlich; die Radikalität der Haltungen machte die Erfahrung umso intensiver.
Für meine spätere Tätigkeit habe ich entscheidend mitgenommen, Konventionen zu hinterfragen und Architektur stets im grösseren kulturellen Zusammenhang zu verorten – immer wieder neue oder andere Wege zu finden, denn die Dinge um uns herum ändern sich permanent: «Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin». —
Barbara Holzer (1966) ist Architektin und Szenografin, Mitbegründerin des Büros Holzer Kobler Architekturen und des neuen hka+lab, eines Denkraums für Architektur in Düsseldorf. Seit 2010 hat sie eine Professur an der Peter Behrens School of Arts in Düsseldorf inne.
Anfang der 1990er Jahr kam ich als Praktikantin von der ETH Zürich nach Berlin. Ausgebildet im konzeptionellen Denken bei Flora Ruchat und später bei Hans Kollhoff, gut trainiert durch unzählige Vorübungen zum funktionalen, strukturellen und atmosphärischen Szenario, heuerte ich im Büro von Josef Paul Kleihues an, dem Erfinder und Kopf der sogenannten «kritischen Rekonstruktion». Das Büro war gerade dabei, sein Projekt für den zweiten Wettbewerb zum Potsdamer Platz aufzustarten. Grundlage bildete das eher graue Siegerprojekt aus dem ersten Verfahren von Hilmer Sattler, das pragmatisch Blöcke und Türme kombinierte, also nicht die schillernde High-Tech-City von William Alsop oder das surreale Turmensemble des retroaktiven Manhattan-Transfers von Kollhoff.
Obwohl es im Rückblick zum neuen Realismus passte, war ich dann doch etwas irritiert, als Kleihues erklärte, dass wir den Entwurf zu diesem zentralen Stück Stadt mit dem Stützen-raster der Tiefgarage beginnen würden. Nachdem auch sein liebevoller, höchst persönlicher Versuch, der Praktikantin zu zeigen, wie man von links oben nach rechts unten mit Buntstiften Bäume im Plan farbig schraffiert, daran scheiterte, dass ich Linkshänderin bin, verabschiedete ich mich, um bei einem der damals eigenwilligsten Architekten Berlins, Benedict Tonon, neu anzufangen – vielleicht weil er selbst Linkshänder ist. Dazu passte wiederum sein Schneckenhaus, an dem ich mitarbeiten durfte. Ein Wohnhaus, tatsächlich mit einer Stufenrampe als vertikaler Erschliessungsfigur, das auf klassische Stockwerkeinteilungen verzichtete. Das «Andere» war also auch in dieser Zeit denkbar, und realisierbar. Ich freue mich jedes Mal, wenn es mir an der S-Bahnstation Bellevue beim Vorbeifahren zulächelt. —
Anna Jessen (1967) ist Partnerin im Architekturbüro jessenvollenweider. Seit 2011 ist sie Professorin an der TU Dortmund, seit 2017 leitet sie die ArchitekturWerkstatt in St. Gallen.
Grossbaustellen im Flutlicht auf nächtlichen Touren durch die Stadt, tagsüber heisse Debatten über den Wiederaufbau von Schlossplatz und Potsdamer Platz oder die allgemeine «Konversion zur Konvention». Meine frühen 1990er Jahre in Berlin waren im Büro von Hans Kollhoff geprägt, von dessen Abkehr von den heroischen Grossfiguren, die den «Urban Garden» der eben noch geteilten Stadt als Solitäre bespielt hatten, und der Hinwendung zum Prinzip des parzellierten Blocks, der mit tektonisch gegliederten Hausfassaden die Stadt neu- und weiterbauen wollte. Als junger Projektleiter war Christian Rapp gerade noch ein, zwei Tage pro Woche im Büro, um das legendäre Wohnbauprojekt Piraeus auf KNSM Eiland in Amsterdam fertigzustellen, und auf unseren Tischen lag als Referenz für das Kommende schon der Reprint der L’Architecture d’Aujourd’hui zum Werk von Auguste Perret.
Auch aus der Schweiz kam Kritik an diesem Sinneswandel, insbesondere auch für die Orthodoxie, mit welcher der vor wenigen Tagen verstorbene Senatsbaudirektor Hans Stimmann damals den Auf- und Ausbau Berlins nach dem traditionellen Muster von Block, Strasse, Platz verfolgte. Diese Schweizer Sicht, die oft ein typisch deutsches Temperament unterstellte, schien mir auch ein Blick aus der Komfortzone. Damals gab es keine vergleichbaren städtebaulichen Aufgaben, gerade in der Schweiz. Öfter daran zurückgedacht habe ich, als in Zürich das Projekt der Europaallee begann, die Gemüter zu erregen. Dabei wurde spürbar, dass Stadtbau und Swissness Gegensätze sind mit eher wenig gegenseitiger Anziehungskraft, eigentlich bis heute. —
Ingemar Vollenweider (1964) ist Partner im Architekturbüro jessenvollenweider. Von 2006 – 18 war er Professor an der TU Kaiserslautern, seit 2018 ist er Co-Leiter des Lehrstuhls für Städtebau an der TU Dortmund.
Da war dieser Moment. Gegen Ende des Semesters an der ETH Zürich sass mir Antonio Cruz bei der Tischkritik gegenüber und meinte, er fände die eine Treppe in meinem Entwurf nicht gut. Er zog tief an seiner Ducados und schwieg endlose Minuten, eingehüllt in den weissen Dunst des schwarzen Tabaks. Plötzlich setzte er seinen Bleistift an und skizzierte eine neue Treppe. Ich war komplett irritiert und blieb ratlos zurück. Nach einer langen Nacht des Abwägens entschied ich, die Treppe wie von mir entworfen zu belassen. Bei der Schlusskritik des Gaststudios war Cruz’ Partner Antonio Ortiz dabei und äusserte sich sehr anerkennend zu meinem Projekt, mit der Einschränkung, dass er die Treppe niemals derart bauen würde.
Meine Neugier war geweckt und ich nahm ihr Angebot an, nach dem Diplom 1990 in ihrem Büro zu arbeiten. In Sevilla begegnete ich der spanischen Lebenskultur, ihrer Musik und ihren Tänzen, und schloss Freundschaften fürs Leben. Ich lernte, wie es den iberischen Architekturschaffenden – ausgebildet von Meistern wie Sáenz de Oiza, de la Sota und Coderch, später auch Siza und Moneo – gelingt, agierend und nicht nur reagierend aus funktionalen Sachverhalten Räume von formaler Kraft zu entwickeln.
Mit Cruz & Ortiz lernte ich Persönlichkeiten kennen, die mir bis heute Vorbilder sind. Ich verinnerlichte, wie anspruchsvolle Architektur in beharrlicher Arbeit und vor allem in einem Arbeitsklima entsteht, das von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt ist. Meine Sevillanas-Tanzkenntnisse mögen mittlerweile verblasst sein, aber ich verstehe heute, warum Cruz und Ortiz damals meine Treppe kritisiert haben. —
Marco Graber (1962) ist Architekt ETH und Mitbegründer von Graber Pulver Architekt:innen. Er lehrte an der ETH Zürich, an der EPF Lausanne und am Politecnico Milano.
Anfang der 1990er Jahre habe ich Rem Koolhaas als hartnäckigen Verteidiger seines ZKM-Projekts in Karlsruhe kennengelernt. Das weckte mein Interesse an der Arbeit seines Büros. Mehrmals besichtigte ich mit meiner Mutter im Schlepptau auf dem Weg in die Ferien die Kunsthal in Rotterdam. Mir gefiel, wie sich das Gebäude mit dem Park des Landschaftsarchitekten Yves Brunier verbindet. Als wir bei Professor Jacques Lucan an der EPFL ein Gebäude analysieren sollten, fiel meine Wahl auf das Congrexpo-Gebäude in Lille. Dafür wollte ich den zentralen neuen Koolhaas’schen Begriffen «Congestion» und «Bigness» nicht nur in der Theorie, sondern auch vor Ort nachspüren. Als ich in der Nähe der Baustelle einen OMA-Mitarbeiter zum Projekt ausfragen konnte, war die Idee geboren, auch im Büro zu arbeiten.
1996 startete ich bei OMA in Rotterdam. Während zwei Jahren war ich an zwei Projekten beteiligt, die unterschiedlicher nicht hätten sein können: eine neue Fassade für das Stuttgarter Kaufhaus Breuninger und ein Masterplan für Hanoi New Town in Vietnam.
Faszinierend war die ständige Suche nach einer Verbindung von Stadt, Landschaft und Architektur im grossen wie im kleinen Massstab. Leerraumstrategien wurden in den unterschiedlichsten Projekten getestet. Variantenstudium und Diagrammproduktion waren zentral bei der Arbeit: sich zwischen Beobachten und Machen hin und her zu bewegen, war fundamental.
Die Arbeit im Team, die flache Hierarchie im Büro und der ständige Austausch mit Externen waren inspirierend. In den kurzen Pausen erfreuten wir uns an köstlichen Appeltaarts.
Auch in dem Büro, das ich mit meinem Partner Philippe Béboux führe, oszilliert unsere Tätigkeit zwischen Urbanismus, Landschaft und Architektur. Dem Freiraum seine Bedeutung zu verleihen, war auch in meiner Doktorarbeit «Le Vide. Nouvelles stratégies urbaines» grundlegend. —
Stephanie Bender (1969) ist Partnerin im Büro 2b in Lausanne. Sie unterrichtet im Master-Studiengang (JMA) der HEIA Fribourg und ist Mitglied in der Stiftung Architektur Schweiz.
Einen Tag nach der Diplomübergabe in der Schweiz sass ich im Nachtzug nach Wien. Ich hatte keinen Job, aber viele Ideen. Mein erster Kontakt führte zu Cuno Brullmann, einem Schweizer Architekten, der an der TU Wien lehrte. Er sei nicht gut vernetzt in Wien, aber ich könne nächste Woche in seinem Büro in Paris anfangen. Da mein Französisch nicht von besten Eltern war, blieb ich in Wien und nahm eine Stelle bei Walter Zschokke an. Der Schweizer Architekt war nach Wien ausgewandert. Dort unterstützte ich ihn beim Entwurf von Möbeln.
An Vorträgen in und ausserhalb von Kaffeehäusern lief ich auch wieder Heinz Tesar über den Weg. Ich kannte ihn bereits von der Sommerakademie in Salzburg, die ich als Student besucht hatte. In meinem Motivationsschreiben hatte ich meinen Überdruss an der Schweizer Kiste als Fluchtgrund erwähnt. Das blieb offenbar in Erinnerung und öffnete mir den Zugang in sein Atelier. Er plante 1996 gerade ein Kunstmuseum in Klosterneuburg. Jede noch so kleine Fensteröffnung wurde diskutiert, verworfen und wieder neu entworfen. Er erläuterte mir anhand seiner Bauten, wie wichtig es ihm sei, in jedes Gebäude kleinste Lichtpunkte zu integrieren. Ich merkte: Der denkt anders als die Architekten, die ich bislang kennengelernt hatte.
Im Team mit durchschnittlich fünf Mitarbeitenden haben wir viele Museumswettbewerbe gezeichnet – eine prägende Aufgabe in den 1990er Jahren. Wir haben auch oft unsere Freizeit miteinander verbracht. Man traf sich freitagnachmittags im Kleinen Café von Hermann Czech, an Herbstwochenenden im Heurigen, nach einer Wettbewerbsabgabe am Würstelstand am Naschmarkt auf eine «Eitrige mit an Krokodü, an G’schissenen und an 16er Blech.»
Auch bei seinen Vorlesungen als Professor in Venedig, Hamburg und Mendrisio durfte ich Tesar unterstützten. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft. Unvergessen bleibt, wie er mich gebeten hat, jeweils am Naschmarkt Sauerkraut für ihn zu kaufen, damit er bei einer Krankheit schnell wieder auf die Beine kommt. —
Urs Geiger (1969) hat in Luzern und Wien Architektur studiert und arbeitet heute als Teamleiter bei illiz Architekten in Zürich und Wien.
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