Prix Meret Oppenheim 2026

Tilla Theus für ihr architektonisches Werk geehrt

Der diesjährige Prix Meret Oppenheim geht an Tilla Theus. Die Zürcher Architektin mit Bündner Wurzeln wird für ihr Lebenswerk geehrt. Mit dem renommierten Preis des Bundesamts für Kultur (BAK) werden ausserdem der Ausstellungsmacher Hilar Stadler vom Museum Bellpark Kriens und der Künstler Fabrice Gygi aus Genf ausgezeichnet.

Tilla Theus führt seit mehr als fünf Jahrzehnten mit Unternehmergeist und architektonischem Fingerspitzengefühl ihr eigenes Architekturbüro. Stets auf der Höhe der Zeit, hat sie immer einen eigenständigen Weg verfolgt, dem zahlreiche baukulturelle Beiträge zu verdanken sind. «Dass es etwas noch nie gab, hat mich noch nie gestört: Es ist eher Ansporn», sagt sie. Blickt man auf ihr Œuvre, bestätigt sich dieser Satz: Für komplexe Situationen fand sie überraschende Lösungen. Sei es in der Zürcher Altstadt mit der Erweiterung der Rathauswache an der Stelle der abgerissenen Fleischhalle oder mit dem Hotel Widder im Augustinerquartier, das in mehreren Altstadthäusern Platz findet. Beide Bauten sind mittlerweile zu Schweizer Ikonen der Postmoderne avanciert.

Denken in atmosphärischen Konzepten

Weitere Meilensteine ihres Schaffens sind das Hotel Caspar in Muri oder der Hauptsitz der FIFA in Zürich von 2006. Auch der markante Leuenhof an der Bahnhofstrasse, den sie mit ihrem Büro ab 2021 umbaute, besticht durch räumliche Opulenz und massgeschneiderte Interieurs. Alles sitzt, nichts ist dem Zufall überlassen, Festlichkeit begleitet den Alltag in den Räumen des früheren Bankhauses. Ihr Erstlingswerk, der Neubau des Alterszentrums in Mollis, geht auf einen Wettbewerbsgewinn zurück. Bereits dort hat sie mit viel Einfühlungsvermögen für die historische Barockanlage agiert, was später zu einem ihrer Markenzeichen wurde. Tilla Theus erhielt 2023 den Bündner Kulturpreis, nun den Prix Meret Oppenheim – wir gratulieren zu dieser verdienten Auszeichnung.

— Lucia Gratz
© Bild: Lukas Lienhard
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