Pro und Contra Hochhaus

Mittel gegen die Wohnungskrise oder Motor der Gentrifizierung? In Zürich wird derzeit hochemotional über Hochhäuser diskutiert. Konkreter Anlass ist die kommunale Volksabstimmung am 27. September zu den neuen Hochhausrichtlinien. In den Debatten im Gemeinderat wurden die Pläne aus dem Amt für Städtebau stark gestutzt. Vor allem 40-Meter-Türme dürfen fast gar keine mehr, 60-Meter-Hochhäuser nur noch an wenigen Standorten entstehen. Und generell wurden die Vorgaben verschärft – bei einem Bautyp, der zurecht bereits höchsten Qualitätskriterien genügen muss. Nun kommt diese Vorlage zur Abstimmung, ebenso die ursprüngliche Vorlage des Stadtrats als Gegenvorschlag.

Was ist Ihre Meinung dazu?

Um möglichst viele Blickwinkel zum Thema einzufangen, hat der BSA auf seiner Webseite rund 25 Stimmen versammelt. Darunter ist etwa ein Statement des Immobilienunternehmers Balz Halter, das jenem von Architekt und Historiker Vittorio Lampugnani, der mit ihm ansonsten regelmässig zusammenspannt, überraschenderweise entgegensteht. Halter argumentiert mit dem Beispiel eines 40-Meter-Hauses. Ein solches schaffe – im Vergleich mit einer Aufstockung und trotz einer Pflichtquote an preisgünstigen Wohnungen – sehr viel mehr neue Wohnfläche. Darüber hinaus schone es den Freiraum. Lampugnani meint, Hochhäuser seien nicht nur statisch anspruchsvoll, technisch komplex und ökologisch problematisch, sondern sie schaden meist auch dem Bild der Stadt. Die Bewohnerin der Hardau-Hochhäuser Andrea Peterhans hingegen empfindet das Hochhaus als «vertikales Dorf». Sie schätzt die gute Durchmischung und dass mit der höheren Dichte auch die Kontaktmöglichkeiten steigen. Alleine diese drei Stimmen illustrieren den breiten Bogen an Meinungen. Es lohnt sich alle Beiträge zu lesen.

Am nächsten Mittwoch- und am Freitagabend findet zudem Podiumsdiskussionen zum Thema statt, an denen man sich definitiv seine Meinung bilden kann. Zur Vorbereitung der Hochhausdebatte empfehlen wir natürlich unser Debattenbuch dazu, das in der werk-edition erhältlich ist.

— Roland Züger

Diskussion
26.8.2026, 19 Uhr
Zürich aktuell: Die Hochhausdebatte

Input 1: Katrin Gügler, Stadt Zürich, Direktorin Amt für Städtebau
Input 2: Alexa Bodammer, Prof. HSLU Stadtforschung Raumentwicklung 

Podiumsgäste: 
Alexa Bodammer, Prof. HSLU Stadtforschung, Raumentwicklung
Mathias Daum, Journalist
Elli Mosayebi, Prof. ETHZ D-ARCH
Andreas Sonderegger, Architekt ETH BSA SIA
Moderation: Caspar Schärer, Architekt / Publizist / Raumplaner

Architekturforum Zürich
Zollstrasse 115
8005 Zürich
Genauere Informationen hier.

Diskussion
28.8.2026, 18-22 Uhr
Diskurs – Hochhausrichtlinien Stadt Zürich
Moderierte Debatte mit den vom BSA gesammelten rund 25 Stimmen.
Programmdetails und Veranstaltungsort siehe Website

Das Buch zum Thema
werk, Debatte – 9 Texte zu Hochhäusern
Mit Beiträgen von Daniel Kurz, Caspar Schärer, Gian-Marco Jenatsch, Christian Blum, Han van de Wetering, Francesco Della Casa, Tibor Joanelly, Heinz Oeschger, Selina Lutz, Meike Müller, Beat Aeberhard
Bestellbar in der werk-edition

© Amt für Städtebau Stadt Zürich
Anzeige