11 – 2013

Fine Housing

In “Amate l’Architettura’ Giò Ponti uses these words to describe an ideal Mediterranean architecture that is domestic and open to the whole of life and connected with the beauty of the world, an architecture that is more like an expansive landscape than a closed crystal. For us in the north these lines may have a dream-like quality and yet they still seem like some distant echo of the soul of an architecture buried under economic constraints. It is not surprising that such words are used longingly to describe the theme of housing, which builds a bridge between architect’s preferences and the interests of our clients — one thinks here of “living like on holidays” in Rolf Keller’s development “Seldwyla” in Zumikon near Zurich. Ponti built largely for the Italian haute bourgeoisie; with sovereign mastery he was able to combine a relaxed kind of comfort with the desire to represent and the rationality of modern architecture. The brilliance of the synthesis evident in his design work is also relevant to the demands currently being made on housing production in the middle of the city. On rather small lots well worked-out and spacious apartments must be designed for a clientele that can afford to pay well. The more sophisticated the spatial constellation, the greater the promise of prestige. A typological declination of housing is not suitable for these urban niches. Here housing is a special market; the Italian gusto guarantees the possibility of connecting to the peer group.

Wohncouture

Spezialitätenwohnen zwischen Gentrifizierung und Stadtaufwertung

Tibor Joanelly 

Tibor Joanelly vergleicht die zunehmende Orientierung der Immobilienwirtschaft an einzelnen Zielgruppen mit der industriellen Spezialitätenchemie: Die Arbeit an chemischen Verbindungen kann mit dem Austüfteln von Grundrissen verglichen werden. Mit steigender Attraktivität des urbanen Wohnens geht aber eine Verdrängung sozial benachteiligter Schichten einher. Es entstehen Gebäude, die innerhalb der Marktgrenze auf einen Ort und ein Kundensegment massgeschneidert sind.

In und über der Stadt

Wohnhochhaus in Zürich von Loeliger Strub Architekten

Caspar Schärer, Andrea Helbling und Roland Bernath (Bilder)

Im Wohnhochhaus an der Weststrasse in Zürich bieten Loeliger Strub Architekten Gefässe gepflegter Wohnkultur an. Sie orientieren sich an der Eleganz der grossbürgerlichen Mailänder Wohnkultur der 1950er Jahre und machen sie für die urbane Mittelschicht zugänglich und erschwinglich. Der Neubau ist Teil der Stadt geblieben und wächst zugleich aus dem Stadtkörper hinaus, ohne mit seiner Höhe aufzutrumpfen.

Angekommen

Wohnüberbauung Brunnmatt Ost in Bern von Esch Sintzel Architekten

Christoph Schläppi, Walter Mair (Bilder) 

Auf einem Werkhofareal im Berner Brunnmattquartier erschlossen Esch Sintzel Architekten aus einer schwierigen städtebaulichen Situation ein enormes Potenzial. Das 150 Meter lange Gebäude entfaltet sich zum ruhigen Hof hin in fünf gestuften Einheiten. Das Kunststück bestand darin, den grossen Baukörpern Wohnungen einzubeschreiben, die als Maisonetten so ineinander verschachtelt sind, dass sie im Süden zur Strasse und zugleich zum Hof im Norden ausgerichtet sind.

Wohnstrip am Friedhof

Die neue Rue Rebière in Paris

Susanne Stacher 

600 Meter der Rue Rebière in Paris wurden um einen Streifen von fünfzehn Metern verschlankt, um Platz für 180 Sozialwohnungen zu schaffen. Neun Architektenteams aus Frankreich, der Schweiz und Japan planten auf den schmalen Parzellen in der Nähe des Boulevard Périphérique und handelten die jeweiligen nachbarschaftlichen Beziehungen direkt untereinander aus. Das Ergebnis zeugt von der Ausschöpfung des weiten Spektrums an Möglichkeiten.

Wohnen in der Mitte

Zentrumsbebauung Archhöfe in Winterthur von BDE Architekten

Daniel Kurz, Christian Schwager (Bilder)

Der Komplex der Archhöfe am Bahnhofplatz in Winterthur ist ein mächtiges und klug gegliedertes Volumen. Unter dem weit gespannten Schrägdach arrangierten BDE Architekten einen für die zentrale Lage typischen Nutzungsmix aus Einkaufen, Büro und Wohnen. Die 68 Wohnungen in den oberen vier Geschosssen orientieren sich mehrheitlich sowohl auf die lebhaften Strassen des Bahnhofquartiers wie auch auf verschachtelte Höfe.

Vom Leben in der Stadt

Der öffentliche Raum ist kein Wohnzimmer

Peter Schneider 

In seinem angriffigen Essay kritisiert der Psychoanalytiker und Kolumnist Peter Schneider die «Verwohnzimmerung» des öffentlichen Raums. Die Differenzen zwischen privat und öffentlich nivellieren sich, wenn die Gesetze und Regeln des Wohnens auf Strassen und Plätze übertragen werden. Wenn Fremde oder nicht als Insider erkennbare Menschen grundsätzlich als Bedrohung gelten, wird der Freiraum der einen zur Sperrzone für die anderen.

Nachrichten

Abgesang auf das Fussballstadion Zürich, Dokumente der NEAT neu im gta-Archiv, HDA Graz mit neuer Leitung

Wettbewerb

Ein Wettbewerb auf dem Oberhauser Riet in Opfikon, einst die «teuerste Wiese Europas», heute der stetig wachsende Stadtteil Glattpark, verlangte ein Gebäude für sehr kleine und sehr grosse Wohnungen.

Recht

Die erneuerte SIA-Norm 118.

Markt

Die aktuelle Wohnbauproduktion lässt hauptsächlich grosse Familienwohnungen entstehen – die Mehrheit der städtischen Haushalte besteht aber aus ein oder zwei Personen. Für Bescheidenheit im Konsum von Wohnraum fehlt (noch) das Angebot.

Architektur der Polymere

Der Kunststoff ETFE als Baumaterial

Tanja Herdt 

Der Kunststoff ETFE ist UV-beständig und hoch belastbar. In Bahnen verschweisst kann die Folie grosse Fläche überspannen und als Kissen ganze Dächer bilden – wie seit jüngst am Bahnhof Aarau.

Haus und Hintergrund

Umbau Anfos-Haus Basel von Sabarchitekten

Roland Züger, Ruedi Walti (Bilder) 

Sabarchitekten haben das Basler Anfos-Haus aus den 1960er Jahren umgebaut und seine Qualitäten als Passagenhaus und Stadtbaustein mit hybrider Nutzung geschärft.

Räumlich verdichtete Baukultur

Das Jacobs Haus in Zürich von Miller & Maranta

Bernadette Fülscher, Ruedi Walti (Bilder)

Beim Umbau zweier hundertjähriger Villen im Zürcher Seefeldquartier zum Sitz und Museum der Jacobs Foundation erreichen die Basler Architekten Miller & Maranta eine narrative Dichte, die ganz grundsätzlich auch als Gegensatz zu einer allgemeinen Sprachlosigkeit in der Architektur verstanden werden kann.

werk-material 01.09 / 624

Im Kaskadenhof

Juho Nyberg, Ralf Feiner (Bilder)

Alters- und Pflegeheim Val Lumnezia in Vella von Allemann Bauer Eigenmann Architekten AG, Zürich

werk-material 01.09 / 625

Hart an der Bordsteinkante

Gabriela Güntert, Alexander Gempeler (Bilder)

Alters- und Pflegeheim Sankt Mamertus in Triesen von Gäumann Lüdi von der Ropp Architekten, Zürich

Subscribe to werk, bauen + wohnen and don't miss a single issue, or order this issue.