12 – 2019

Geoffrey Bawa

They make very evident the great care and attention that Bawa devoted to the landscape situation of his projects: rocks, plants and trees are accurately recorded in terms of size, position and form. Quite often colossal plants form an important part of his building sites and are therefore central elements in the design, they shape the space, like buildings.

In addition to his obsession with the landscape context, Bawa worked like a scenographer and presented buildings, trees or boulders in the surroundings. He concentrated on paths, views, spatial relationships – an echo of his studies in England. In his own garden in Lunuganga this way of thinking is evident in a number of orchestrated sequences. The space created is always the focus, not the architectural object. Bawa was a space-maker, not a form-maker, as David Robson succinctly puts it in a discussion.

This feeling for the place and qualities inherent in it, for local material and handcraft guided Bawa’s creative work. It is hardly surprising that air conditioning appliances are rarely used in his buildings. Through employing natural ventilation for spaces, wide projecting roofs, active use of rainwater or vertical planting Bawa was a pioneer of bioclimatic architecture. The present issue draws a portrait of this, using eight completed buildings, all of which are in Sri Lanka. Despite this apparently local restriction his work and his way of thinking exert an influence that extends far beyond Asia.

Our thanks are due to David Robson who wrote the texts and opened doors for this issue. Special mention should be made of Sebastian Posingis who photographed the buildings. We also wish to thank the archive, the Geoffrey Bawa Trust for its support, and Jeff Bourke, who digitalized the set of 100 drawings.

Architektur des Glücks

Lunuganga Garden Retreat und Geoffrey Bawas Town House

David Robson

Zwei Projekte beschäftigten Bawa fast ein Leben lang, sie dienten ihm als Testfelder für aufkeimende Ideen. Für sein eigenes Haus in Colombo erwarb er über die Zeit eine Reihe von Bungalows, die er zu einer Matrix von Höfen und Dächern verschmolz. Und in seinem Landschaftsgarten in Lunuganga fand er zu jener Synthese von Architektur und Natur, die auch seine späteren Meisterwerke auszeichnet.

Ein Leben auf Grenzlinien

Geoffrey Bawa und die Architektur

David Robson, Christoph Bon (Bild)

Wie aus der Raupe ein Schmetterling wurde aus dem jungen Juristen Geoffrey Bawa ein einflussreicher Architekt Asiens. Seine Liebe zum Raum entwickelte er im Studium an der AA in London. Später erwuchs aus wechselnden geschäftlichen Partnerschaften eine eigene, kraftvolle und malerische Handschrift.

Moderner Regionalismus

Das Ena de Silva House und die Bandarawela Chapel

David Robson

Bawa gilt als Wegbereiter des Tropischen Regionalismus, beeinflusst wurde er unter anderem durch seine Landsfrau Minnette de Silva, eine Freundin Le Corbusiers. Das subtile Raffinement seiner Sprache entwicklete er in den 1960er Jahren anhand kleinerer Aufträge, bei denen er moderne Raumkonzepte mit lokalen Traditionen und Handwerk verband.

Der Geist des Ortes

Kandalama Hotel und das Pavillon-Ensemble Polontalawa

David Robson

Oft stand am Anfang eines Auftrags an Bawa die Wahl des Standortes – und nicht selten fiel diese anders aus als von der Bauherrschaft erst gewüscht. Der Architekt hatte einen untrügerischen Sinn für die Topografie und natürliche Besonderheiten; beides wusste er gekonnt zu inszenieren. Dabei setzte er sowohl auf Kontraste zur Natur als auch auf die Kraft der Vegetation.

Staatsarchitekt

Der Ruhunu University Campus und das Parlament von Sri Lanka

David Robson

Bawa vermochte sich wechselnden politischen Strömungen in seiner Heimat gut anzupassen, er erhielt Aufträge von Regierungen jeglicher Couleur. Die ganz grossen Aufträge allerdings führte er für die Regierung Jayawardene aus: das Parlamentsgebäude und den Ruhunu University Campus. Während Bawa für das Parlament mit opulentem Materialeinsatz repräsentative Formen schuf, gelang es ihm beim Campus, mit wenigen Mitteln Vielfalt zu erzeugen.

Werkverzeichnis

Über 100 Bauten schuf Bawa und über diese hinaus auch unzählige Projekte, die, wenn auch nicht gebaut, schnell zum Kanon des tropischen Regionalismus gehörten. Entsprechend früh wurde auch seine Architektur publiziert, vor allem im englischen Sprachraum. Die zentralen Bauten sind in einem kleinen Werkverzeichnis aufgeführt, ergänzt wird dieses durch eine Liste jüngerer Publikationen.

English Summaries

Abridged English versions of David Robson’s original texts. Orginaltext Englisch

David Robson (1944), der Autor dieses Hefts, verbrachte nach seinem Abschluss am University College London zwei Jahre in Sri Lanka und half beim Aufbau der School of Architecture an der University of Colombo. 1974 – 79 war er Principal Housing Architect in Washington New Town in Grossbritannien, wo eine Reihe seiner Entwürfe nationale Preise erhielt. Anfang der 1980er Jahre arbeitete er als Planungsberater für das 100'000 Houses Programme der sri-lankischen Regierung. Er war Professor für Architektur an zahlreichen Universitäten und ist Autor mehrerer Bücher zum Wohnen sowie von Monographien über die srilankischen Architekten Geoffrey Bawa.

Sebastian Posingis (1975) fotografierte die Bilder zu den Bauten von Geoffrey Bawa. Er ist ein deutscher Fotograf, der einen Grossteil seiner Kindheit im Iran, in Griechenland, Indien und Sri Lanka verbrachte. Seine Fotografien erschienen unter anderem in Architectural Digest, Domus, Der Spiegel, New York Times und Vanity Fair. Seit zehn Jahren konzentriert sich Posingis auf Fotobücher über Architektur.

Advertisement

Debatte

Die Stadt auf Augenhöhe erforschen: Robert Kaltenbrunner, eine bedeutende Stimme zur Baukultur in Deutschland, plädiert für die Methoden des Mental Mapping, um die Stadt als Lebensraum wahrzunehmen. Und er sieht darin Potenziale für die Planung menschengerechter Neubauquartiere.

werk-material online!

Endlich gibt es den online Zugriff auf die Kenndaten aus über dreissig Jahren werk-material! Zusammen mit der CRB lanciert werk, bauen + wohnen die digitale Plattform werk-material.online, auf der alle Informationen per Mausklick abrufbar und vergleichbar werden. Sascha Menz und Hannes Reichel schreiben, was dies für die Architektur bedeutet.

Ausstellungen

Der Möbel-Entwerferin und Architektin Charlotte Perriand widmet die Fondation Louis Vuitton in Paris eine grosse Schau, und das Vitra-Museum zeigt, wieviel Surrealismus in der modernen Architektur steckt.

Bücher

Vier Publikationen zum Städtebau empfiehlt die Redaktion für den weihnächtlichen Gabentisch oder das Bücherregal im Büro.

Nachruf

Jean-Claude Steinegger, 1930 – 2019

Advertisement

Genfs neue Hauptarterie

Die S-Bahn CEVA und der Raum der Stadt

Daniel Kurz und Tibor Joanelly, Olivier Zimmermann (Bilder)

In Genf kommt mit der Eröffnung der CEVA-S-Bahnstrecke städtebaulich einiges ins Rollen. Dem neuen Trassee folgend zeigen wir, was die neuen Bahnhöfe für den Stadtraum bedeuten – und wie sie das Leben in Genf verändern.

Architekturpreis Kanton Zürich

Kollaborative Architektur

Daniel Kurz, Andrea Helbling (Bilder)

Unter dem Motto Kollaborativ ?! prämiert der Kanton Zürich 2019 relevante Architekturbeiträge. Die drei Sieger stellen wir hier vor; die Publikation zur Auszeichnung erscheint gleichzeitig in der werk edition.

werk-material 01.02 / 744

Wohnkomfort ohne Aussendämmung

Lucia Gratz, Rory Gardiner (Bilder)

Mehrfamilienhaus in Zürich-Wollishofen von Mathis Kamplade Architekten

werk-material 01.02 / 745

Einschalig und vielschichtig

Jenny Keller, Thomas Stöckli (Bilder)

Wohn- und Geschäftshaus in Altendorf SZ von Waeber Dickenmann Partner

Subscribe to werk, bauen + wohnen and don't miss a single issue, or order this issue.