Politecnico Milano, a design crit in the bachelor degree course, the students open up their laptops: a design is explained using the Pinterest website: four references that lie miles and decades apart for a design of forty metres of open space. What used once to require an education acquired through collecting can be done today with a single click. Digital platforms feed the endless stream of images. A picture makes the architecture into a potential commodity: the image sells the project.
This was not always the case. When the Zurich Analogists presented their perspectives in competitions and at exhibitions in the 1980s they caused profound dismay among the expert and lay public. The reason for this was not their dark, melancholic mood alone, but also the new technique of mounting images. With these images the analysis of problems and work on the floor plans was replaced by mounting pieces of architecture history, more or less eloquent, but only understandable to the trained eye. “Show your analogies”
was the demand and creed at crits and in discussions between colleagues.
The quintessence of the theory of analogue architecture as represented by Fabio Reinhart and Miroslav Šik was to trust in the expressive strength of the image alone and to place the handcraft of designing entirely at its service. And so it became possible to understand architecture as a user interface for the eye. Reinhart and Šik could never have anticipated that their process would provide a brilliant model for digital images. But in the brave new world conscious selection and arduous xeroxing of obsessively gathered library material is something we cannot be bothered with.
As a result of universal availability the transformation of images generally gets left behind. However, Adam Caruso, Elli Mosayebi and Martin Steinmann say in this issue, the blending of the references to form a strong design is the central challenge. And the use of historical references calls for knowledge about the context in which they arose and which gives them their meaning. It is only when, as necessary elements, they have become a part of the new design and have, in a sense, been digested that references can create a new meaning as part of a contemporary and realistic architecture.
Mit Verwunderung blickt Martin Steinmann auf den Wettlauf mancher Architekten um die ausgefallenste Referenz, der zu einer Art Gelehrtensprache für Eingeweihte geführt hat. Entscheidend für den Sinn des Zitierens ist für ihn, ob die Referenz verdaut sei und aus innerer Notwendigkeit zu einem Bestandteil des Entwurfs werde. Der typologische Zusammenhang bietet solchen Halt ebenso wie das Einflechten in eine stringente Erzählung.
Bei der eigenhändigen Renovation eines Reihenhauses in Hermann Siegrists Winterthurer Siedlung Leimenegg arbeitete sich Benjamin Widmer jahrelang tief in die Substanz und Geschichte dieses Zeugen des Neuen Bauens ein. Als sein Büro Bernath + Widmer danach die Chance erhielt, die Häusergruppe um zwei Blöcke zu erweitern, entstand aus der präzisen Transformation der prägenden Elemente von Siegrists Manifest eine eigenständige Architektur und ein stimmiges Ensemble.
Mehr Humor und Leichtigkeit wünscht sich Adam Caruso in der Architektur. Seinen Umgang mit Referenzen beschreibt er als einen Dialog mit der Welt, mit Bildern, Ideen und realen Situationen. Es ist ein intuitives, aber informiertes Sammeln eigener und zugetragener Bezüge und Vorbilder: «Man muss eine grosse Bibliothek im Kopf abrufen können.» Der vielkritisierte Neubau der Bremer Landesbank ist vielleicht gerade wegen seines Historismus bei den Menschen vor Ort gut angekommen. Er wirkt, als wäre er immer schon dagewesen.
Der Vorposten städtischer Lebensweise erscheint in ländlicher Tracht: Im freiburgischen Orsonnens bauten TEd’A arquitectes aus Mallorca zusammen mit dem Westschweizer Büro Rapin Saiz ein Schulhaus, das offensiv mit ländlich-vernakulären Anleihen spielt. Kritiker Steffen Hägele findet in der festlich verspielten Holzarchitektur aber auch Eigenschaften der Renaissance-Villa, er stösst auf typologische Anleihen an Valerio Olgiati und fühlt sich an Kazuo Shinohara erinnert.
Die Zürcher Architektin postuliert die Arbeit mit einem «imaginären Kontext» als sinnbildende Methode im Entwurf: Im heterogenen Umfeld unserer Städte reichen morphologische oder typologische Analysen des realen Kontexts oft nicht aus, um brauchbare Rückschlüsse für die architektonische Intervention zu gewinnen. Aus der Kraft der Narration soll stattdessen ein zusammenhängender Erzählstrang gebildet werden, der die Differenzen nicht auslöscht. Im Rahmen ihrer Gastdozentur an der ETH liessen EMI Architekten Studierende anhand einer Referenz eine solche Fiktion entwickeln.
Zum zweiten Mal richtet das Architekturinstitut i2a in Lugano im April 2018 seine Biennale i2a aus. Das Programm dreht sich um Planung als Grundlage der Baukultur. Und die Stiftung Sotto Voce sucht junge Architekturschaffende, die ihre Ideen an der Zürcher Ausstellung architektur 18 zeigen möchten.
Zum offenen und neugierigen Kennenlernen der manchmal rauen Welt der Agglomeration lädt Caspar Schärer Architekten und Planer ein: «Reibt euch an der Unverfrorenheit, wie in der Agglo die Differenz zur Schau getragen wird.» Top-down-Rezepte zur «Stadtwerdung» helfen in der Welt der Vorstädte nicht weiter.
Der Wettbewerb um die Nordspitze des Basler Dreispitz-Areals hat eine spektakuläre Hochhaus-Skyline gezeitigt. Martin Josephy analysiert das Verfahren als Areal-Städtebau, in dem der Bezug zur Stadt an zweiter Stelle steht, das maximale Grünflächenversprechen an erster.
Ausnützung kann – mit Bewilligung und Vermerk im Grundbuch – von einem Grundstück auf ein anderes übertragen werden. Dominik Bachmann erklärt, was dabei zu beachten ist.
Christopher Alexanders Pattern Language geniesst seit ihrem Erscheinen vielleicht mehr Einfluss bei Programmierern als bei Architekten. Nun zeigt das Buch Shifting Patterns über den Eishin Campus Tokyo, dass die Patterns durchaus zu lebenswerten Stadträumen anleiten können.
Stanko Kristl geht mit 98 Jahren noch immer in der täglichen Arbeit der Frage nach: Was ist Architektur in Beziehung zum Menschen? Eine Schau in Ljubljana zeigt erstmals einen Überblick über das grosse Werk des Slowenen. Originaltext Englisch
Für das Avantgarde-Theater Sala Beckett in Barcelona haben die Architekten Flores & Prats einen ehemaligen Arbeiterklub im Poblenou umgestaltet. Was aussieht wie kaum berührt und bloss restauriert, ist in Wirklichkeit das Resultat einer Transformation, die sich originaler Ausstattungselemente bedient, um eine neue Raumszenografie zu schaffen.
Originaltext Spanisch
Kreuzfahrt-Touristen überschwemmen Städte wie Lissabon, kurbeln aber auch die lokale Wirtschaft an. João Luis Carrilho da Graça baute mit dem Cruise Terminal in der portugiesischen Hauptstadt ein Paradestück an roher Einfachheit, das aber auch den Einheimischen Zugang zum Ufer des Tejo verheisst.
Originaltext Englisch