
Why an issue about Bern? — If we were talking about Basel or Zurich probably nobody would ask this question. Bern is the attractive capital with the River Aare, the old town, the Rosengarten Park and Bern’s public spaces are quintessentially political — the federal capital is the obvious and logical place to voice one’s concerns. But what about the architecture? For this issue we chose 44 projects from recent years. Many of these “gems of Bern” are small, refined building projects, with which local architecture offices continue the development of their city.
In an interview city planner Jeanette Beck mentioned a particular characteristic: Bern, she explained, is a city of civil servants, something that is very evident in the busy train station that has reached its capacity. Far more people commute to work in the city than live there. It is not only the train station and the urban spaces around it that are being redesigned. The city is growing at a moderate place — in some places somewhat more rapidly: after discussing proposals for the Wankdorf City 3 for more than three years, this project (also known as the “stacked city”) is now under construction, as is the Viererfeld. New residential districts are being built in Weyermannshaus West, too. In 2018 Rolf Mühlethaler put forward a pioneering proposal in this regard: he advocated using the existing commercial buildings as urban resources and continuing them, preserving existing side streets and courtyards, and developing the DNA of the district as a means of ensuring urban quality. The foundation stone for planning has been laid — we await the outcome expectantly!
The redevelopment of the “Gaswerkareal” is more controversial as there are different, at times conflicting, needs. Quo vadis? — our author Simon Gysel asks and describes the development in the alluvial plain. The city is moving ahead; the first design competition is underway. Now the architects must make their contribution. Perhaps some of them might make a pilgrimage to beyond the Bremgartenwald. On a woodland clearing above the Aare stands a crumbling, overgrown social community organism, an icon and pioneering project of housing development in Bern; Halen by Atelier 5. Thalmatt and the Hitner Aumatt development by arb are also worth visiting, as they offer an experience of the spirit that once made housing in Bern so widely known. And there is a continuation: At Holliger this community spirit is again evident and urban cooperative housing projects are creating space for it. Paula Sansano was on site for us and observed how the open space and the buildings are being filled with life.
Der Sitz der Landesregierung neben der Bundesverwaltung zeichnet Bundesbern aus. Laut Politologe Claude Longchamp wird Politik hier bescheiden repräsentiert und bleibt dadurch nahbar. Er erläutert dies an drei Orten: dem Bundesratszimmer, dem Bundesplatz und dem ehemaligen Progymnasium PROGR als Kulturzentrum.
Bern wächst moderat. Dennoch gibt es einige Hotspots der Stadtentwicklung, wie Jeanette Beck, Leiterin des Stadtplanungsamts, im Interview erläutert. Neue Quartiere wie das Viererfeld sind Resultat einer teils kontrovers diskutierten Planungsarbeit. Zudem werden Industrie und Gewerbegebiete wie Weyermannshaus West neu interpretiert und mit Wohnangeboten angereichert. Bereits im Bau befindet sich die Wankdorf City 3: Hier wird Bern gestapelt.
Seit 1939 ist es Teil der Silhouette im Bündner Bergdorf Grüsch: das dreissig Meter hoch aufragende Silo der Getreidemühle. Seit kurzem wird darin gewohnt. Die Transformation durch das Churer Architekturbüro Ritter Schumacher ist ein bemerkenswertes Projekt des zirkulären Bauens.
Redaktion werk, bauen + wohnen im Auftrag von EgoKiefer
Acht Projekte schaffen einen Überblick, was in Bern in den letzten Jahren entstanden ist. Diese und eine Auswahl weiterer haben wir im Stadtplan von Bern markiert. Onlinekarte
An der Monbijoubrücke liegt eine Schlüsselstelle der Stadtentwicklung Berns. Autor Simon Gysel zeigt, wie gegensätzlich hier das Oben und Unten bis heute ist. Jüngst hat das Büro Bauart den Brückenkopf West von Büros in Wohnungen umgewandelt. Darunter liegt eine Parkgarage, die bis zum Niveau der Aare reicht. Auf dem Areal des Gaswerks entwickelt die Stadt künftig Genossenschaftswohnungen: Der Ideenwettbewerb dazu ist entschieden.
Im einstigen Industriequartier Holliger trägt Berns Wohninitiative Früchte. Sechs Genossenschaften entwickeln hier Wohnraum für vielfältige Lebensformen. Als gemeinschaftliches Herzstück benennt Autorin Paula Sansano den Holligerhof, den die Bewohnerschaft in Eigenregie behutsam verwaltet und gestaltet. Wir stellen die besondere Programmierung von zwei Projekten vor: Wohnen am Laubengang von Studio Dia und dreigeschossige Maisonettes von Fritschi Beis.
Überall arbeiten Städte daran, ihre Wasserlagen neu zu denken und zu gestalten. Wie gelingt diese Transformation? Wo entstehen die Wasserzugänge von morgen, und wer treibt sie voran? Die internationale Konferenz WATER_CITY WHERE NEXT? bringt Menschen aus Planung, Forschung und Praxis am 28./29. September 2026 zusammen.
Angesichts des Hypes um Re-use darf der Umbau von Bauwerken nicht aus dem Blick geraten. Die Fachgruppe für Erhalt von Bauwerken des SIA (FEB) plädiert für mehr Reparatur und Weiterverwendung statt Wiederverwendung. Das bedingt aber einer Sensibilisierung für Qualitäten, die über das rein Materielle hinausgehen.
Die beiden Grafikduos Bänziger Hug und Kasper Florio erhalten in diesem Jahr den BSA-Preis, insbesondere für den grafischen Auftritt der Biennale in Venedig 2025. Gemäss dem Laudator Thomas Kramer weiss das Quartett genau, was es will, wie es aussehen soll und auch, wie es ans Ziel kommt. Von deren Expertise durften schon zahlreiche Architekturpublikationen, Bürowebseiten und Monografien profitieren. Artikel lesen
Um den kulinarischen Genuss nicht zu vermiesen, bleiben gigantische Gewächshäuser und voll automatisierte Ställe meist im Verborgenen. Eine Ausstellung in München zeigt nun diese Architektur des Essens und knüpft sie an die Bedingungen der Produktion und die globalen Zusammenhänge. Weitere Ausstellungen in Basel und Winterthur empfiehlt die Redaktion zum Besuch.
Der neunte Band zur Basler Stadtgeschichte ist erschienen. Er unterscheidet sich von seinen Vorgängern. Statt Bauten epochenweise zu betrachtet, untersucht er die Stadt nicht chronologisch und aus freiräumlicher Perspektive. Ausserdem stellen wir die St. Galler Stadtgeschichte und ein Fotobuch über das Berner Quartier Kirchenfeld von der Fotografin der Bildstrecke dieses Hefts, Yoshiko Kusano, vor.
An vier verschiedenen Orten eint vier Personen die Gewissheit, dass der Prozess wesentlicher Bestandteil der Architektur sein muss. In Workshops und Arbeitsgruppen mit den Bewohnenden setzten sie nun diese Überzeugung bei der Aufstockung eines selbstverwalteten Wohnhauses im Zürcher Langstrassenquartier um. Artikel lesen
Schweizer Architektur gilt weltweit als vorbildhaft. Doch Kulturtransfer ist keine Einbahnstrasse. Ciro Miguel untersucht, welche Spuren die brasilianische Moderne in der Schweiz hinterlassen hat. Die Suche beginnt nicht an der Copacabana, sondern beim Kongresshaus von Max Schlup in Biel. Originaltext Englisch