It took just four minutes. In this brief period thieves ascended the facade of the Louvre in a goods lift, opened the single glazing with a cut-off saw and emptied two display cases. By 9:30 am on the morning of Sunday October 19 the spook was already over, and eight pieces of the French crown jewels were gone. Burglary of this kind is something one would not wish any museum. Today parts of the south wing are closed completely for renovation work. In January 2025 President Macron himself had personally promised 800 million Euro for renovation work to be carried out up to 2031. A particular concern was to channel the hordes of people who throng to the Mona Lisa. Today there are already 20 000 visitors daily, a total of 9 million annually. A second main entrance is planned to relieve the situation and to provide a capacity of up to 12 million. The new dimensions cause the problems to grow. Due to chronic shortage of staff, the Louvre had even to be closed during last June.
This is a problem shared by many museums. Institutions from the boom period of culturalization in the 1980s are now due for repair and need comprehensive renovation — the successful ones need to be extended. The museum business must be adapted to new demands regarding climate and light technology. Today an up-to-date museum shop is required and rooms for art education facilities are also needed.
Consequently, in this issue we show the range of renovation work and how museums are positioning themselves for the future. A short time ago Fotomuseum Winterthur occupied its new extension as well as the redesigned education spaces in the fundamentally renovated building. In Schloss Rapperswil the newly built circulation system has led to a fresh concept for the castle museum. We also show the spectacular collection presentation in the archive of the Victoria and Albert Museum in London. And, of course, we also show a good example from Paris: at the end of September the Centre Pompidou closed its doors for more than five years. We show what is being changed there.
In eine unspektakuläre Gewerbehalle in London bauen Diller Scofidio + Renfro einen neuen Museumstyp: das zugängliche Depot. Ein eingeschnittener, dreigeschossiger Lichthof ermöglicht einen Rundlauf, auf dem Besuchende durch Regale mit tausenden Exponaten frei umherstreifen können. Dabei können sie sich selbst ausgewählte Objekte vom Museumspersonal zeigen lassen. Grosse Glasflächen gewähren Einblicke in Restaurationswerkstätten und Studienräume. Artikel lesen
Wie wird aus einem Kunst-Safe ein offener Ort der Vermittlung? Das Fotomuseum Winterthur zeigt es: RWPA erweiterten die Ausstellungsflächen, modernisierten Technik und Brandschutz und setzten gezielt Farben ein. Meisenblau, Mandarinenorange und Rostbraun verbinden Alt und Neu; Foyer, Schriftzug und Vordach tragen die Strahlkraft nach aussen.
Auch denkmalgeschützte Ikonen brauchen hin und wieder eine Erneuerung. So geschehen mit dem Schloss Rapperswil. Hauptrolle bei der Sanierung durch Park Arch spielt die neue vertikale Erschliessung in Form einer Betontreppe. Fast wie bei Gletschermühlen steigen die Besuchenden den inszenierten Aufgang empor, der seine Richtung und Geometrie in jedem Geschoss ändert.
Das Centre Pompidou in Paris gibt es seit 50 Jahren. Nun wird es für mehrere Jahre geschlossen. Grund dafür sind dringend notwendige haustechnische Sanierungsarbeiten. Diese öffnen aber auch den Weg, über mögliche architektonische Verbesserungen nachzudenken. Den internationalen Wettbewerb dafür gewannen 2023 Moreau Kusunoki und Frida Escobedo. Ihr Entwurf stärkt die Verbindung des Erdgeschosses mit der Stadt und nutzt die Tiefgarage zu Ausstellungsflächen und Kinosaal um.
Künstliche Intelligenz hat wahnsinnige Fortschritte gemacht, aber auch klare Grenzen, ist Architekt und ZHAW-Professor Andri Gerber überzeugt. Während KI quantifizierbare Daten verarbeitet – Grösse, Ausrichtung oder Klimabilanz –, bleiben ihr Atmosphären und Stimmungen verborgen. Trotzdem ruft Gerber zum Hinschauen auf: Architekturschaffende sollten einen experimentellen, kritischen Umgang mit KI wagen und eigene Bots entwickeln.
Die Ausstellung City in the Cloud – Data on the Ground in München widmet sich Datenwolken und deren baulichen Spuren auf der Welt. Sie haben in der Architektur bisher wenig Beachtung erhalten: Rechenzentren. Daneben empfehlen wir eine Ausstellung in Winterthur zum Thema Farbe und einen Besuch im Architekturforum Zürich zur Schau von Vogt Landschaftsarchitekten.
Dem Architekten, Technikhistoriker und Industriearchäologen Hans-Peter Bärtschi ist der Erhalt so einiger Fabrikareale in Winterthur, Zürich und darüber hinaus zu verdanken. Nun ist eine lesenswerte Biografie über ihn erschienen. Zudem ist mit Die obsolete Stadt ein empfehlenswertes Buch zum Thema Umbau erschienen; mit Katharina und Wilfrid Steib eine persönliche Monografie.
Lorenza Donati und Antoine Berchier von Alias arbeiten in Zürich und zeigen: Kleine Gesten können viel bewirken. Eine einfache Tür hat in der Kunsthalle Bern gereicht, um die Brandschutzanforderungen zu erfüllen. Gleichzeitig stärkt sie die Verbindung in den Garten und lässt eine vergessene Idee wieder aufleben. Artikel lesen
Das Wohnquartier Garbatella in Rom spiegelt politische Konflikte ebenso wie architektonische und städtebauliche Experimentierfreude der italienischen Moderne. Autor Giacomo Pala lädt zum Spaziergang und zeigt auf, warum Garbatellas Lehren auch für den heutigen Wohnungsbau relevant sind.
Das Theater Winterthur stand kurz vor dem Abbruch. Nun hat EMI den markanten Bau sorgfältig erneuert: von der Restaurierung der Sichtbetonflächen über die Aktualisierung der Bühnentechnik bis zur Verbesserung der Abläufe für Publikum und Betrieb. Die Sanierung zeigt, wie ein Haus seiner Zeit treu bleiben und zugleich zukunftstauglich werden kann.