Architects are not exactly noted for their humour. Many buildings — even those with architectural aspirations — confirm the truth of this cliché: they are monotonous, grey, and deadly serious. Why, actually? Some people cite spiralling construction costs and demands, while others see the reason as lying in the lingering influence of the Swiss Box and Swiss Minimalism. Whatever the case, against the background of the current global situation all of us long for a moment of lightness and joy. High time, therefore, to devote an issue to the more cheerful side of architecture. After all, laughter reduces stress and connects us, subtle irony amuses us and, without pointing an accusing finger, indicates shortcomings: in the form of a drawing or a text.
And one does not have to search so long for humour in built form, perhaps all that is needed is to look more carefully. Humour is to be found in all epochs of architectural history. Today we like to quote the little graphical roofs or the colourful stripes of postmodernism. Back then, when entire buildings took the form of everyday products or domestic animals, humour in architecture celebrated a heyday. But it can be more subtle and is often found in the details: a minor annoyance, an expectation that is not met, a surprising association not only brighten up daily life but also reveal possibilities — or even quickly solve problems, as the research work of architect Lera Samovich from Fala atelier shows.
Marc Loeliger and Barbara Strub regard the light-hearted moments in their profession as essential for survival. They enrich both the normal working day as well as the buildings themselves. Humour can even become the driving force of design. Architect Álvaro Siza showed a sense of humour and did not order the removal of the cynical graffiti “Bonjour tristesse” that was inscribed on the gable of his building at Schlesisches Tor in Berlin. Less well known, however, is the opening line of Paul Éluard’s poem, from which the phrase on the apartment building was derived. It provides the theme for this issue: Adieu tristesse.
Gebäude haben Humor, sie können kichern oder gar laut lachen. Dies kommt an architektonischen Elementen zum Ausdruck, die notwendig sind und den Raum bewohnen, bevor es die Menschen tun. Und wenn eines der Elemente mal aus der Reihe tanzt, dann gerät der Raum ins Wanken und wird lebendig. Artikel lesen
Die Bauten von Loeliger Strub fallen auf: Sie wirken beschwingt, sind farbenfroh und oft beweglich. Im Gespräch geht es um die Lust am Gestalten, die erzählerische Kraft der Architektur und wie das Duo Freiheit im Entwerfen findet. Artikel lesen
Die Karikatur setzt einen unkonventionellen Kontrapunkt zum traditionellen Architekturdiskurs. Sie hält der Disziplin kritisch den Spiegel vor. Hinter ihrer scheinbaren Einfachheit verbirgt sich eine enorme künstlerische und kulturelle Komplexität. Artikel lesen
Mit der Erweiterung des New College haben sich David Kohn Architects auf die pittoreske Tradition Oxfords eingelassen. Städtische Elemente sind als gerahmte Ausblicke komponiert und Räume wie Bühnenbilder entstanden. Selbst Details wie die Steingrotesken und Wasserspeier nehmen Anleihe an den Gründungsbauten des New College. Originaltext Englisch
Die Redaktion vergab einen scheinbar simplen Auftrag: in einem humorvollen Text den Berufsstand der Architekten und Architektinnen aufs Korn zu nehmen. Die Architekturjournalistin Antje Stahl wertet: Mission: Impossible. Artikel lesen
Symbole waren Charles Jencks’ Markenzeichen. Auf die Spitze trieb er dies in seinem Wohnhaus in London. Jeder Winkel ist gestaltet und lädt zum schmunzeln ein. In fünf Szenen führt die Autorin durch die Räume voller Hintersinn und Formenreichtum. Artikel lesen
Was fördert Qualität in der Architektur? Eine Antwort dafür sieht Naïri Arzoumanian in der Gestaltung von Planungsprozessen. Weit über das Projekt hinaus geht ihre Betrachtung, die neben Abläufen auch die Berufspraxis Architekturschaffender einschliesst. Dort müssen angesichts neuer Handlungsfelder im klimagerechten Bauen die Rollen überdacht werden. Originaltext Französisch
Das Naturmuseum in Chur soll aufgestockt werden. Das entschied jüngst die Jury des Projektwettbewerbs zur Instandsetzung und Erweiterung der Einrichtung. Warum diese massive Veränderung des Bauwerks von Bruno Giacometti umstritten ist, benennt Barbara Wiskemann in ihrer Besprechung des Verfahrens.
Zürich im ZAZ-Bellerive: Dialoge zur Verdichtung. Daniel Kurz erklärt in seiner Besprechung, wie die Ausstellungsmachenden der ETH Zürich und der USI Mendrisio die Stadt methodisch erfassen und welche Lösungen zur Innenentwicklung sie vorschlagen. Wir empfehlen auch einen Besuch in Lausanne zur EPFL Story und in Renens zu Architekturvisionen.
Die sanfte Stadterneuerung läutete im Wien der 1970er Jahre die Renaissance der gründerzeitlichen Stadt ein. Wo heute gentrifiziert wird, galt es damals soziale und bauliche Missstände zu beheben. Nun macht ein Buch diese wichtige Strategie des Erhalts sichtbar. Ein ebenso bedeutendes Engagement für die Stadt beleuchtet Zürich lebenswert umbauen mit der Ära Ursula Koch. Ausserdem: Spaces of Belonging – The Architecture of Muzharul Islam.
Artai Sánchez und Davide Morgillo sind neugierig. Vor allem unscheinbare Dinge interessieren sie. Einfachheit bedeutet für sie Konzentration, Reibung mit dem Bestand führt zu unerwarteten Lösungen. Das zeigt ihre Aufstockung der Gemeindeverwaltung in Frutigen. Artikel lesen
Der Plantahof in Landquart blickt auf eine lange Geschichte zurück. Für die Erneuerung des Tagungszentrums war sie wichtig, doch gehen Nickisch Walder ihren eigenen Weg: Die Mitte definieren neu ein Hof und ein Saal unter einem hohen, langen Satteldach. Mit Unterkunft und Küchengebäude ist ein subtil verbundenes Ensemble entstanden, das die Landschaft einbezieht.