Das Kongress- und Ausstellungszentrum in Charleroi hat den diesjährigen Mies-van-der-Rohe Award gewonnen. Die Jury unter dem Vorsitz des chilenischen Architekten und jüngstem Pritzker Preisträger Smiljan Radić hat die Messehalle unter den 410 eingereichten zum besten Projekt gekürt. Der Nachwuchspreis geht an das junge Büro Vidic Grohar Arhitekti, das temporäre Räume für das Slowenische Nationaltheater Drama in Ljubljana realisieren konnten.
Errichtet in den 1950er Jahren ist der Umbau der Messehallen in der vom Niedergang des Kohlebergbaus gebeutelten Stadt in Wallonien ein Symbol für den Wandel der Region. Und ein Plädoyer für die Fortführung eines Gebäudes, das sowohl CO₂ als auch Geld spart. Dabei haben die Stadt und die Involvierten etwas Neues gewagt, ohne ein neues Gebäude zu errichten. Sie nahmen die Anforderungen kritisch unter die Lupe und skizzierten Vorschläge für Verbesserungen: Anstelle eines Teilabrisses schlug das Projektteam aus AgwA architecten (Schaerbeek) und architecten jdviv (Gent) vor, den zentralen Teil des Gebäudes zu erhalten, seine Fassaden zu entfernen und ihn in eine Empfangshalle umzuwandeln. Dieses Kernstück dient nun als Ort des Austauschs zwischen den flexibel bespielbaren Flügeln des Palais des Expositions.
Meine damalige Redaktionskollegin Jenny Keller hat den Umbau vor drei Jahren schon vor der Eröffnung und damals noch ohne Publikum besucht. Sie war begeistert, besonders vom zentralen Verteilraum, dem offenen Jardin Central. Er ist ein stimmungsvoller Aussenbereich mit Dach und Oberlichtern. Lesen sie hier mehr über den Bau, den wir im Heft wbw 10-2023 S. 7-13 porträtiert haben.