Sommerbuchtipps

Welche Bücher eignen sich perfekt für die Sommerferien? Am besten sind sie handlich, leicht und machen Freude. Bevor wir uns von der Redaktion in die Sommerferien verabschieden, möchten wir Ihnen vier genau solche Buchtipps mitgeben – egal ob für den Balkon, das Strandtuch oder die Flussbadi.

Mit Alberto Giacometti. Die Zeit vergeht zu schnell lässt sich eine Reise in eine andere Zeit unternehmen. Die Briefe des jungen Künstlers an seine Familie berichten viel von Kunst, Biografischem und den ersten Reisen nach Italien und Paris in den 1920er-Jahren. Sie erzählen von einem neugierigen Menschen, der die besuchten Städte aufmerksam beobachtet und präzise zu beschreiben weiss. Neben Entdeckungslust und Lebensfreude klingen immer wieder die Verbundenheit mit der Heimat im Bergell und die Sehnsucht nach den Bergen durch. Das kleine Buch nimmt die Lesenden mit an Orte, die man heute bequem per Zug bereisen kann – und doch auf eine Weise, wie sie nur in einer vergangenen Zeit möglich war.

Frauen leben im Neubühl richtet den Blick auf die Bewohnerinnen der Zürcher Werkbundsiedlung, deren Perspektiven lange übersehen wurden. Acht Porträts und drei Essays zeigen, wie sich die Qualitäten der Architektur erst im gelebten Alltag erschliessen – und wie sehr Raum vom Zusammenleben der Menschen geprägt wird, die darin wohnen. Ein lesenswertes Plädoyer dafür, Architektur konsequent von den Bedürfnissen ihrer Bewohnenden her zu denken.

In Form Follows Fish erklärt der portugiesische Architekt André Tavares Architekturgeschichte aus der Perspektive des Fischs. Mit Exkursen in die Biologie, Technologie, Verarbeitung, Politik und Konsum spannt er den Bogen vom Nordatlantik bis zu unseren Essgewohnheiten und zeigt, wie Fischerei Landschaften, Infrastrukturen und Bauformen geprägt hat. Das sorgfältig ausgewählte historische Bildmaterial macht die ebenso originelle wie kenntnisreiche Lektüre zum Augenschmaus.

Mit Wohnen nähert sich die Regisseurin und Drehbuchautorin Doris Dörrie einem scheinbar alltäglichen Thema auf persönliche Weise. In kurzen autobiografischen Texten erzählt sie von Wohnungen und Häusern, vom Ankommen und Weiterziehen, von Erinnerungen und den Geschichten, die Räume in sich tragen. Ein leichtes, kluges und sommerliches Buch über das Wohnen – und darüber, warum Zuhause weit mehr ist als nur ein Ort.

— die Redaktion
© Wer noch Inspiration für Reiselektüre sucht, kann sich von diesen vier Büchern eins aussuchen.
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