JAS N° 76 – Kollektiv Marudo, Baden

Ohne Idee kein Entwurf!

Das gilt für die drei Architekten von Kollektiv Marudo, seit sie zusammen an der ETH studiert haben. Alexander Athanas, Ole Bühlmann und Rafael Zulauf verstehen Architektur als sorgfältige Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt. Qualität und Innovation sind für sie kein Widerspruch zu Bewährtem, sondern ergeben sich durch die Weiterentwicklung des gebauten Raums.

— Lucia Gratz, 03.11.2022

Was ist Euch wichtig im Denken und Entwerfen?

Der topografische und gebaute Raum, als auch der historische Kontext bilden stets den Ausgangspunkt unserer Entwurfsarbeit. Anspruch und Ziel ist es, spannende Räume und neue Begegnungsorte durch orts- und nutzungsspezifische Projekte entstehen zu lassen. Innovation und Intuition sind uns ebenso wichtig wie eine sorgfältige Auseinandersetzung mit der Bauaufgabe. Basierend auf einem Konsens zwischen Funktionalität und Effizienz, den Bedürfnissen unserer Auftraggeber und einer anspruchsvollen, aber einfachen und zeitgemässen Konstruktion, die zum architektonischen Prinzip und Ausdruck führt, entwerfen wir unsere Neu- und Umbauten. Wir sind überzeugt, dass nur durch eine integrale Betrachtung einer Bauaufgabe auf allen Ebenen – sozial, ökologisch, energetisch und wirtschaftlich – nachhaltige Bauten entstehen können.

Und wie zeigen sich diese Aspekte in einem von Euch ausgewählten, gebauten Projekt?

Ausgehend vom altbewährten Prinzip des Pavillonbaus, führen Kompaktheit, Langlebigkeit und Flexibilität als Grundbedürfnisse eines Schulgebäudes in der heutigen Zeit, zum Grundkonzept und zum räumlichen Erlebnis des Erweiterungsbaus. Die Typologie des Neubaus vermittelt mit aussenliegenden Treppen direkt zwischen Innen- und Aussenraum – gestärkt durch eine rundumlaufende Arkade. Dieser gedeckte Aussenraum ist Erschliessung-, Begegnungs- und Aufenthaltsraum zugleich. Das statische Gerüst bildet ein Betonbau im modularen Prinzip. Ein exaktes Rastermass unterteilt und verbindet die Schulräumlichkeiten. Ein hölzerner Leichtbau in Form von Fassadenelementen und raumbildenden Schrankmöbel und Türen in den Innenräumen füllen und verbinden das sichtbare Betonskelett. Das roh gehaltene Schulhaus bildet die Grundlage für eine flexible Aneignung durch die zukünftige Nutzerschaft.

Neubau Schulhaus Brühl, Solothurn

Kollektiv Marudo, Baden

www.kollektiv-marudo.ch

Neubau Schulhaus Brühl, Solothurn, Doppelkindergarten + Tagesschule, Brühlstrasse 120, 4500 Solothurn, Bauherrschaft; Stadt Solothurn, Abteilung Hochbau, Chronologie; Wettbewerb 1. Rang, Februar 2018, Planungsbeginn; Mai 2018, Baustart; März 2021, Bezug; Juni 2022

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