Eggenberger Mader Architekten, Zürich

Auf der Suche…

... nach dem stimmigen Verhältnis von Weiterbauen und Neusetzung, bezeichnet das Architektenpaar Franziska Eggenberger (1982) und Michael Mader (1981) als ein Leitmotiv ihrer Arbeit. In ihrem Erstling in Fläsch ist diese Suche nach dem subtilen Gleichgewicht im gebauten Kontext mit den Händen zu greifen – eine reife Frucht im umsichtig wachsenden Dorf umgeben von Rebenhängen.

Auf welchen Wegen seid Ihr zur Architektur gekommen?

Wir sind in unterschiedlichen Regionen aufgewachsen. Einerseits im ländlichen Gebiet, anderseits in der Stadt. Wir haben beide eine Hochbauzeichner-Lehre absolviert und hatten das Glück, jeweils in Büros zu lernen, die unsere Neugierde und Freude an der Architektur geweckt haben. Kennengelernt haben wir uns im Architekturstudium an der Fachhochschule in Winterthur. Beide haben wir nach dem Studium auf separaten Wegen in Zürich berufliche Erfahrungen gesammelt: bei Loeliger Strub Architekten und bei BS+EMI Architekten.

Was ist Euch wichtig in Eurer Arbeit?

Vielleicht hat die unterschiedliche Prägung unserer Herkunft dazu geführt – auf jeden Fall steht bei uns zum Beginn jedes Projekts stets der Ort, die Umgebung im Zentrum. Da wir bis jetzt primär Umbauten realisiert haben, beschäftigen wir uns natürlich stets mit dem bestehenden Gebäude. Wir analysieren es, indem wir uns fragen, was seine Substanz ist. Wir versuchen seine Seele zu erkennen und suchen nach dem richtigen Umgang mit dem Bestehenden. Das stimmige Verhältnis von Weiterbauen und Neusetzung – also von Alt und Neu ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit.

Wir arbeiten stets so, dass wir Konstruktion und Materialisierung früh in den Entwurfsprozess einfliessen lassen. Wir diskutieren viel miteinander und lassen Raum dafür, Entscheidungen zu hinterfragen oder ganz neu zu denken. Diese Offenheit betrachten wir als Herausforderung, die unsere Arbeit als Architekten erst so spannend macht. Das «über den Haufen werfen», wenn eine unerwartete Erkenntnis dazu führt, dass sich die Ausganslage verändert.

Wie zeigt sich diese Haltung im realisierten Projekt in Fläsch?

Die Aufgabe bestand darin, ein sanierungsbedürftiges Bauernhaus im Dorfkern von Fläsch umzubauen. Verschiedene Anbauten, die nicht erhaltenswert waren, wurden abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Unser Betonbau setzt sich bewusst in Form, Farbe und Materialsprache vom Altbau in weissem Kalkputz ab. Er erinnert aber mit der sägerohen Bretterschalung an die ehemalige Scheune.

Ein Grossteil der Innenwände sowie der Decken im Altbau sind neu. Das eröffnete die Möglichkeit neue Räume zu schaffen. Ein Beispiel dafür ist das neue Gewölbe im Eingangsbereich, das sich jedoch gut in die alte Bausubstanz einordnet.

Umbau mit Erweiterungsbau in Fläsch

Eggenberger Mader Architekten, Zürich

www.madegg.ch

Umbau mit Erweiterungsbau, Fläsch

Oberdorf 1, 7306 Fläsch; Bauherrschaft: Privat; Architektur: Franziska Eggenberger, Michael Mader; Chronologie: Direktauftrag 2013–15; Fotos: Menga von Sprecher

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