11 – 2016

Constructions en bois

Des cadres en bois, des plaques multicouches, des panneaux lamellés collés fraisés par CNC (à commandes numériques) – c’est ainsi qu’on pourrait caractériser en bref l’évolution de la construction en bois ces 25 dernières années. Ce faisant, le bois comme matériau s’est profondément transformé dans son processus d’exploitation, de la coupe à la découpe. Alors qu’on fournit encore toujours un cadre en bois plein sur la table à rallonges papillon dans la construction de panneaux, on peut donner, par fraisage CNC, la dimension requise aux panneaux multicouches ou aux poutres lamellées collées, à l’instar de beaucoup de matériaux de production quasi homogènes. En 1993, dans cette revue, les architectes Marcel Meili et Markus Peter avaient indiqué la direction à suivre pour la construction aux éléments d’ossature en bois au moyen d’un projet pilote (wbw 11 – 1993); Andrea Deplazes suivait leur voie un peu moins de dix ans plus tard (wbw 1 / 2 – 2001) avec un exposé sur la technologie de la préfabrication et par la construction d’une petite maison constituée de plaques comme un modèle en carton. Anton Kaufmann et Hermann Blumer, de même qu’Hermann Kaufmann s’exprimaient dans le même cahier sur le potentiel architectural des nouvelles techniques de fabrication. Tous trois, deux ingénieurs sur bois et un architecte, sont également présentés dans cette édition par des oeuvres qui montrent clairement que la construction en bois se trouve à nouveau au seuil d’un saut technologique. L’innovation prend diverses directions. C’est ainsi que des constructions renforcées avec du béton ou de l’acier permettent de construire en bois avec de meilleures performances et des portées qui s’approchent de celles des constructions en acier. Une technique d’assemblage basée sur l’informatique ainsi qu’une chaîne de livraison complètement planifiée permettent en outre la production et le montage de composants préfabriqués complexes, qui rappellent l’ancien savoir-faire du charpentier dans son expression et son raffinement technique. On peut ainsi au sens propre réaliser une architecture tectonique (tekton signifie charpentier en grec). Le fait de construire en bois est en train de devenir un phénomène de masse grâce aux techniques de construction modulaire et par éléments développées par de grandes entreprises; le bois est devenu un matériau fabriqué et transformé industriellement. Et pourtant, comme la brique, il conserve un potentiel d’expression très direct, à l’intérieur comme à l’extérieur: ennobli par l’artisan, assemblé tectoniquement ou composé de manière abstraite et sur de grandes surfaces.

Leseprobe aus wbw 11 – 2016

Harter Rhythmus, zarte Linien

Wohnhäuser von Rolf Mühlethaler im Freilager Zürich

Daniel Kurz, Alexander Gempeler (Bilder)

Im Entwicklungsgebiet Freilager Zürich setzen die drei sechsgeschossigen Langhäuser von Rolf Mühlethaler einen eigenen Akzent. Holzrahmen-Elemente bilden die inneren und äusseren Wände, trittschallgedämmte Brettstapel-Elemente die Decken. Die Konstruktion ist auch Träger des Ausdrucks: Das Relief von Balkonen und kassettierter Fassadenverkleidung, der Rhythmus von Säulen und Konsolen und die feinen Linien der Geländer überlagern sich zu ausdrucksvoller Tiefe.

Lernen im Wald

Schmuttertal-Gymnasium Diedorf von Hermann Kaufmann und Florian Nagler Architekten

Florian Aicher, Stefan Müller-Naumann (Bilder)

Die lichten Auenwälder entlang des Bachlaufs der Schmutter im bayrischen Diedorf sind dem Gymnasium von Hermann Kaufmann und Florian Nagler Raummetapher und Bauprogramm. So dient Holz als Baumaterial, und das Raumkonzept baut auf Zimmer wie Waldlichtungen. Eng stehende Stützen umgürten die Gemeinschaftshöfe; das Raster setzt sich in der Sparrenlage des Dachs fort. Von da fällt Tageslicht ins Innere – wie im Wald vor der Tür.

Weite und Tiefe

Museumsdepot bei Schwarzenburg von Patrick Thurston

Martin Klopfenstein, Ralph Hut (Bilder)

Mitten im freien Feld im bernischen Schwarzenburg steht die fensterlose, aus Holz gebaute Halle von Patrick Thurston unter flach geneigtem Dach: Sie erinnert an klassische Tempel ebenso wie an landwirtschaftliche Scheunen – und dient als Museumsdepot für historische Fahrzeuge. Ihr Dach, getragen von Fachwerkträgern, steht frei über der Ausstellungsbox aus Holz. Eine raffinierte Konstruktion sorgt dafür, dass sich Temperatur und Feuchtigkeit im Inneren mit minimalstem technischem Aufwand kontrollieren lassen.

Illustre Welt der Komposite

Hybride Konstruktionen mit Holz

Tibor Joanelly

Schon längst sind die Materialien und Konstruktionen nicht mehr «rein» und «wahr», schon gar nicht im Holzbau. In seinem Beitrag injiziert Tibor Joanelly dem auf den ersten Blick so bodenständigen Holzbau eine Theorie-Spritze: Es geht nicht mehr wie bei Semper um die Suche nach Spuren archaischer Techniken in den heutigen Produktionsmethoden, sondern um die Konzeptualisierung derjenigen Prozesse, die ein Bauwerk in Entwurf und Produktion formen: «Komposit» ist das neue «Hybrid».

Herkunft ist zweitrangig

Pragmatismus in der Holzwirtschaft

Andreas Seiz im Gespräch mit Tibor Joanelly und Caspar Schärer

Jeder Baum hat in einem bestimmten Gebiet seine optimalen Wuchsbedingungen; genauso soll er seinen optimalen Einsatz am Bau finden. Der Holzhändler Andreas Seiz schaut pragmatisch auf den Wald und stellt fest, dass Holz aus Mitteleuropa oft besser die Bedingungen erfüllt als einheimisches. Für die Schweizer Holzindustrie bestehen aber auch Chancen, so Seiz: Hochwertige Fertigelemente mit hoher Wertschöpfung sind exporttauglich.

Holz auf Holz

Aufruf zur Wiederbelebung der klassischen Holzverbindung

Lorenz Kocher

In seinem Aufruf zur Wiederbelebung der klassischen Holzverbindung plädiert der Architekt und Bauingenieur Lorenz Kocher für einen materialgerechten Anschluss im Holzbau. In einer Struktur sind die Holzverbindungen Ausdruck der Handwerkskunst und Zeugen des Berufsstolzes des Zimmermanns. Wo sie zu aufwändig werden, kann aktuelle Technik wie die CNC-Fräse es ermöglichen, traditionelle Holzverbindungen neu zu interpretieren.

Debatte

Das städtische Hochhaus wird vom Baurecht eingehegt wie kein zweiter Bautyp. Daniel Kurz und Caspar Schärer lancieren eine neue Debatte und wünschen sich einen souveräneren Umgang mit dem Hochhaus: Dabei soll der Mehrwert, den die Höhe dem Investor bringt, für Verbesserungen in der «Stadt auf Augenhöhe» eingesetzt werden.

Wettbewerb

Weiterbauen an der Agglomeration: Im zürcherischen Winkel, soll eine Wohnsiedlung aus den frühen 1970er Jahren erneuert und teilweise neu gebaut werden. Im zweistufigen Projektwettbewerb nahm eine Mehrheit der Teilnehmenden eine defensive Haltung ein – Zita Cotti Architekten mit dem Siegerprojekt jedoch nicht.

Recht

Die Bekanntgabe eines ISOS-Inventars über die Stadt Zürich erregte Aufsehen. Viele befürchteten, dass die Verdichtungsziele nicht mehr realisiert werden können. Dominik Bachmann gibt Entwarnung.

Bücher

Der 1924 geborene indische Bauingenieur Mahendra Raj arbeitete mit illustren Architekten wie Louis Kahn und Le Corbusier zusammen. Nun ist seinem Werk (endlich) ein Buch gewidmet.

Ausstellungen

Die Ausschreibung für den Schweizer Kunstwettbewerb 2017 ist angelaufen. Daniel Kurz sprach mit den diesjährigen Preisträgern Yves Dreier und Eik Frenzel über ihre Motive, an einem etwas anderen Wettbewerb teilzunehmen.

Kolumne: Architektur ist ... ein Flirt zwischen Ausdenken

Daniel Klos, Johanna Benz (Illustration)

Bewegung der Körper im Raum: Nach dem rasanten Parkour-Trip in der letzten Ausgabe entwickelt unser Autor nun ein Zukunftsszenario für ein Paris im Jahr 2046. Eine Pizzakurierin hangelt sich durch die Stadt – stets prekär, aber immer präzis.

Do the obvious

Neubau der Hilti Art Foundation in Vaduz von Morger + Dettli Architekten

Tibor Joanelly, Barbara Bühler (Bilder)

Der glatt polierte Monolith des Kunstmuseums Vaduz ist mit dem Neubau der Hilti Foundation von Morger + Dettli Architekten zu einem schwarz-weissen Ensemble angewachsen.

Mausoleum für die Kunst

Erweiterung des Bündner Kunstmuseums in Chur

Daniel A. Walser, Simon Menges (Bilder)

Mit der Erweiterung des katalonischen Architekturbüros Barozzi Veiga ist das Bündner Kunstmuseum in eine neue Liga aufgestiegen. Der Bau und besonders sein städtebaulicher Beitrag vermögen aber nicht restlos zu überzeugen.

werk-material 10.04 / 682

Neues Nest

Frida Grahn, Alexander Jaquemet (Bilder)

Besucherzentrum Schweizerische Vogelwarte, Sempach LU von :mlzd, Biel

werk-material 10.04 / 683

Scharfe Zähne

Héloïse Gailing, Matthieu Gafsou (Bilder)

Besucherzentrum im Zoo La Garenne in Le Vaud VD von Localarchitecture, Lausanne

Originaltext Französisch

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