6 – 2015

La villa

La villa était un avant-poste de la ville et du pouvoir dans un environnement campagnard. Que ce soit à l’époque romaine ou encore à la Renaissance, après la pacification des campagnes, les habitants des villas ont toujours été des citadins au mode de vie aristocratique et la villa un lieu représentatif de la domination sur la campagne environnante – et qui transformait souvent cette dernière par sa manière de l’exploiter et par sa symbolique. Les villas sont des modèles de l’architecture depuis Palladio ; elles incarnent de façon exemplaire les paradigmes d’un certain style, d’une époque. Avec Thomas Jefferson, Hermann Muthesius, Frank Lloyd Wright, Le Corbusier, Jørn Utzon et Rem Koolhaas – la liste n’est pas exhaustive – la villa est devenue un objet d’expérimentation qui allie de la même manière utopie et mode de vie individuel. Ces deux aspects, le général et le spécifique, forment encore les fondements des projets de villas actuels; mais la mondialisation a clarifié les rapports: ici la promesse et le courant aussi représentatif que confortable d’une classe affairée dans le monde entier – là le réceptacle de l’âme sur le marché globalement connecté de l’art et de l’architecture. Des artistes justement amènent la culture urbaine à la campagne; et leur pied-àterre entre les points chauds du marché de l’art reproduit une fois de plus la logique des propriétés terriennes dans la Terraferma de la Vénétie – à Würenlos comme en Vénétie. On est dès lors tenté d’attribuer à l’architecture résidentielle comme rôle principal la domination sur le paysage – même s’il ne s’agit que du jardin – et de caractériser la maison familiale comme une villa popularisée. Bruno Reichlin et Fabio Reinhart lui ont construit un monument en 1974 comme un clin oeil: en tant que référence palladienne, comme un mythe pour tout un chacun.

Die Welt als Wille und Villa

Dresdner Villen im 19. Jahrhundert

Reinhard Mayer

Im 19. Jahrhunderts wird die Villa zum Synonym für eine genuin bürgerliche Lebensweise. Das Beispiel Dresdens zeigt, wie die Villa von den Rebhängen am Elbufer auf die frei gewordenen Areale der Stadtbefestigung und weiter in die Innenstadt «wandert». Auf diesem Weg verändert sich die Architektur und die innere Organisation, während der konkrete Landschaftsbezug einem artifiziell-gärtnerischen Landschaftsbild weicht.

Arts-and-Crafts trifft Japan

Über das Verhältnis Bauherr – Architekt. Andreas Fuhrimann und Gabrielle Hächler im Gespräch

Caspar Schärer, Valentin Jeck (Bilder)

Der Bau einer Villa ist immer auch eine intensive Auseinandersetzung mit den Wünschen und Vorstellungen des Bauherrn: Das Haus wird zum Futteral der Seele. Was aber geschieht, wenn zwei starke Autoren-Handschriften aufeinandertreffen? Andreas Fuhrimann und Gabrielle Hächler berichten von ihren Erfahrungen mit einem international tätigen Künstler.

Schauen und leben lassen

Über die Zugänglichkeit der Villa im Informationszeitalter

Tibor Joanelly

Die Villa stand immer schon im Widerspruch zwischen ostentativer Prachtentfaltung und Abschottung des Privaten. Neue Medien ermöglichen kontrollierte Einblicke in das Leben der Privilegierten.

Donjon in der Ebene

Villa in Zuidzande (NL) von Marie-José Van Hee

Axel Sowa, David Grandorge (Bilder)

Die von der flämischen Architektin Marie-José Van Hee entworfene Villa fasst ihr über dreissigjähriges Schaffen kongenial zusammen: In der flachen, dem Meer abgerungenen Landschaft der niederländischen Provinz Zeeland schuf Van Hee ein kontrastreiches Haus von hoher Alltagstauglichkeit und fast zeremonieller Würde.

Auf den Punkt gebracht

Haus Sandmeier in Vessy GE von Lacroix Chessex

Daniel Kurz, Joël Tettamanti (Bilder)

Das schmale Grundstück bot den Architekten Lacroix Chessex wenig Spielraum; und so galt es, Raum und Konzept des Hauses maximal zu konzentrieren. Die Konstruktion beruht auf der Stapelung zweier «Tische» mit auffallend massiv wirkenden Geschossplatten und schmalen Wandscheiben. Trotz ihrer geringen Grösse setzt die Villa als klar umrissene Betonskulptur ein kraftvolles Zeichen in der Landschaft des Plateaus de Vessy.

Wie im Film

Villa in Cologny GE von Charles Pictet

Anna Hohler, Thomas Jantscher (Bilder)

Wie der junge Architekt in Viollet-le-Ducs Histoire d’une maison erhielt Charles Pictet von den Bauherren dieser grossen Villa nur knappe Hinweise zum gewünschten Programm – und alle erdenkliche Freiheit in der Ausführung. Das Innere wie das Äussere des Hauses entziehen sich in ihrer unregelmässigen Gestalt einer einheitlichen Wahrnehmung und sind – wie in einer Kamerafahrt – nur in der Bewegung zu erfassen.

Originaltext Französisch

Idealismus und Realismus

Casa Tonini von Bruno Reichlin und Fabio Reinhart revisted

Henrike Schoper und Tom Schoper

Die Casa Tonini von Bruno Reichlin und Fabio Reinhart gilt als Inkunabel der Postmoderne. 1974 vollendet, trug sie wesentlich zur internationalen Bekanntheit der Tessiner Tendenza bei. Vierzig Jahre nach der Fertigstellung haben unsere Autoren das Haus im biederen Einfamilienhausquartier von Torricella besucht: Der Bau hat an Aktualität nichts eingebüsst; wie eine& geöffnete Zeitkapsel überbringt er uns seine besonderen Qualitäten zwischen idealer Geometrie und gelebter Wirklichkeit.

Debatte

Standard Nachhaltiges Bauen in der Schweiz – Hanspeter Bürgi sieht im neuen Standard ein Instrument zur Sicherung der Baukultur.

Wettbewerb

Im Studienauftrag für das Stapferhaus in Lenzburg galt es Ausstellung, Produktion und Verwaltung im neuen «Haus der Gegenwart» zu vereinen.

Bücher

Nach der Abstimmung über die Masseneinwanderung ist der Erklärungsbedarf der Agglomeration exponentiell gestiegen. Joris Van Wezemael bespricht eine aktuelle Textsammmlung, herausgegeben von Georg Kreis.

Ausstellungen

Zwei Ausstellungen im New Yorker MoMA feiern die Architektur Lateinamerikas

Erstling: «Auch ich in Arkadien!»

Die Bushaltestelle von Barão Hutter in Pfäfers

Andreas David Kaufmann, Barão Hutter (Bilder)

Nur eine kleine Bushaltestelle und ein Anschlagbrett für Veranstaltungen: Mit einem gebogenen, rostigen Stahlblech haben die Architekten Barão Hutter eine poetische Insel im baulichen Niemandsland des St. Galler Rheintals geschaffen. Eine Spurensuche und ein Reisebericht.

Play it right

Neun Deutschschweizer Realismen

Tibor Joanelly, Walter Mair (Bilder)

Seit Maurizio Ferraris vor zwei Jahren sein Manifest des Neuen Realismus veröffentlicht hat, ist dieser auch bei Architekten in aller Munde. Doch was heisst «Neuer Realismus» in der Architektur genau? Und was an ihm ist wirklich neu – und was vor allem lässt er hinter sich? Ein Foto- und ein Textessay versuchen diese Fragen je zu beantworten.

werk-material 12.05 / 654

Blau und Grün

Claudia Moll, Claudia Luperto (Bilder)

Freibad Oberwinterthur ZH von Walser Zumbrunn Wäckerli Architektur, Winterthur

werk-material 12.05 / 655

Blau und Grün

Claudia Moll, Iwan Baan (Bilder)

Naturbad Riehen BS von Herzog & de Meuron, Basel

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