6–2026

Réemploi

Aucune école d’architecture digne de ce nom ne saurait actuellement faire l’impasse sur un atelier de projet «hands-on» consacré au réemploi. Ces constructions expérimentales à l’échelle 1:1 sont intéressantes et particulièrement adaptées à l’enseignement: elles permettent de mettre concrètement à l’épreuve une compréhension renouvelée des cycles des matériaux et des techniques d’assemblage. Cet apprentissage pratique est nécessaire, car le réemploi dote la conception d’exigences entièrement nouvelles. Celle-ci doit désormais tenir compte de la disponibilité des matériaux: design by availability. La maison du futur sera un hybride d’ancien et de neuf. Et pour qu’elle puisse, à son tour, devenir un gisement exploitable, elle devra pouvoir être démontée sans dommage: design for disassembly.

Les premiers projets pilotes, comme la surélévation K118 à Winterthour par Baubüro in situ, remontent déjà à quelques années et ont marqué durablement le monde de l’architecture, bien au-delà de la Suisse. Un film consacré à Barbara Buser, fondatrice de Baubüro in situ et figure pionnière du réemploi, est récemment sorti en salles. Elle y rappelle avec insistance l’ampleur du problème des déchets dont souffre notre société de consommation. Seul le réemploi des bâtiments, dans leur totalité ou en partie, permettra d’en assurer la maîtrise.

Les premiers projets de plus grande envergure ont désormais été réalisés, d’autres sont en cours. Il est temps d’en dresser un premier bilan. Nous avons visité des ensembles résidentiels à Bâle et à Winterthour, où nous avons observé deux approches de conception très différentes du réemploi. Parallèlement, nous avons interrogé la communauté du réemploi: quels retours d’expérience en matière de planification et de construction? Quels en sont les coûts? L’investissement financier est-il proportionné au bénéfice écologique? Une chose est certaine: les processus de conception sont entièrement remis dans le bon sens. L’enquête menée pour ce numéro le montre clairement: la capitale du réemploi s’appelle Bruxelles. Des agences comme Rotor ou BC Architects en sont depuis des années les véritables fers de lance. On y observe déjà une étape que les villes suisses devront franchir à leur tour: considérer un quartier entier comme un réservoir de matériaux. Le réemploi change alors d’échelle: re-use next level. 

Wohnen und Wiederverwenden

Re-use-Wohnhäuser von Loeliger Strub Architektur und Pascal Flammer Architekten

Jasmin Kunst, Federico Farinatti, Peter Tillessen (Bilder)

Zwei neue Wohnhäuser mit Re-use könnten in ihrem Entwurfsansatz nicht unterschiedlicher sein. In Winterthur hat Pascal Flammer ein Genossenschaftshaus entworfen und die wiederverwendeten Bauteile mit weisser Farbe übertüncht. In Basel hingegen zelebrieren Loeliger Strub ihre Unterschiedlichkeit. Mit dem farbenfrohen Bau schliessen sie den Blockrand auf dem Lysbüchel-Areal. Bei beiden Projekten werden nicht nur beim Bauen Ressourcen geschont, sondern auch dank kleiner Wohnfläche.

Entwerfen nach Verfügbarkeit

Reality-Check beim Bauen mit wiederverwendeten Bauteilen

Roland Züger

Welche Erfahrung machen Architekten und Spezialistinnen beim Planen mit Re-use? Beteiligte zweier vielversprechender Projekte, die in Zürich im Werden sind, geben Auskunft: einerseits Graber Pulver, die das Recyclingzentrum auf dem Juch-Areal planen, andererseits Gigon Guyer, die in einem Gewerbehaus Schienen als Tragstruktur wiederverwenden. Welche Herausforderungen stellen sich und mit wie viel Mehraufwand ist zu rechnen?

Stadt als Steinbruch

Brüsseler Kaserne wird Universitäts-Hub von EVR Architecten, BC architects & studies und Callebaut Architecten

Kaye Geipel, Stijn Bollaert (Bilder)

Erbaut 1908 als Gendarmerieschule, wird ein vier Hektar grosses Gelände sukzessive zum Universitätsareal umgebaut. Die erste Etappe umfasste sieben historische Gebäude, die von EVR Architecten, BC architects & studies und Callebaut Architecten umgebaut wurden. Ihr Konzept folgt einem radikalen Kreislaufgedanken – so viel wie möglich wiederverwenden, sowohl, was Materialien, als auch, was Gebäudestrukturen angeht. Das Resultat ist ein Umbau, bei dem Alt und Neu Hand in Hand gehen.

Aus sich selbst schöpfen

Ausbildungszentrum für Bauberufe in Echallens von Dettling Péléraux Architectes

Yves Dreier, Zak Andrea Zaccone (Bilder)

Im waadtländischen Echallens haben Dettling Péléraux eine Industriehalle in eine Ausbildungsstätte für Bauberufe transformiert. Die Erweiterung ist teilweise aus in-situ-rückgebautem Material konstruiert. Ehemalige Betonfassadenteile werden zu Innenwänden entlang der Fassade, tragende Holzelemente zu einer Aussenüberdachungen und verzinkte Stahlbleche erneut zur Dacheindeckung. Der zurückhaltend einheitliche und immer noch industrielle Ausdruck der neuen Berufsschule überzeugt. Originaltext

Annonce

Debatte

Könnte uns die künstliche Intelligenz nicht dabei unterstützen, nachhaltiger zu bauen? Zu dieser Frage forscht die Assistenzprofessorin Catherine De Wolf an der ETH Zürich. Die Potenziale der KI findet sie an unerwarteten Stellen: Sie könnte uns dank Bildanalysen dabei helfen, die Stadt nach künftigen Bauteilminen abzusuchen, oder komplexe Bauteildatenbanken unterhalten. Originaltext

Wettbewerb

Auch beim Wettbewerb in Nyon war Re-use gefragt. Auf dem kleinen Industrieareal im Norden der Stadt soll künftig ein Zentrum für soziale Innovation und Solidarität entstehen. Die Fondation Esp’Asse hat als Bauherrschaft ein Projekt gesucht, in dem die Hochschulforschung mit lokalen Unternehmen zusammenspannen kann. Das Team von Comte/Meuwly hat gewonnen. Sie bauen den Ort weiter und verbinden ihn mit der Umgebung. Originaltext

Bücher

Der Architekturbuchmarkt wird von Monografien geradezu überschwemmt. Redaktorin Lucia Gratz hat zwei davon exemplarisch unter die Lupe genommen und stellt fest: Monografie ist nicht gleich Monografie. Zudem hat sie mit Kennern der Branche gesprochen: zwei Verlagen und einer Architekturbuchhändlerin. Worin liegt der ungebrochene Reiz an diesen Werkschauen? Wer steht dahinter und was gibt der Markt heute überhaupt noch her? Daneben hat die Redaktion zwei Buchtipps: Frauenleben in Neubühl und Women Writing Architecture.

Bauten

Kräuterbitter auf Expansion

Betriebserweiterung Appenzeller Alpenbitter von Lukas Imhof Architektur

Patrick Goldinger, Elisa Florian (Bilder)

Das Architekturbüro von Lukas Imhof hat das Wachsen des Kräuterlikörherstellers in Appenzell auch architektonisch zum Thema gemacht. Die Holzschindeln der Erweiterung nehmen Anleihen an traditioneller Architektur der Region.

Recherche

Lustvoller Widerstand

Auf den Spuren Ostschweizer Architektinnen in St. Gallen

Nina Keel

Die Frauenquote im BSA Ostschweiz liegt bei lediglich 10 Prozent. Gibt es dort wirklich nur so wenige Architektinnen? Das fragte sich Kunsthistorikerin und BSA-Neumitglied Nina Keel und lädt zum Stadtspaziergang durch St. Gallen ein.

Junge Architektur Schweiz

Studio Romano Tiedje

Mehrfamilienhaus Sittertalstrasse in St. Gallen

Für ihr Erstlingswerk haben Luca Romano und Lisa Tiedje ihren Arbeitsort von Berlin nach Zürich verlegt. In der Nähe zur Kunstgiesserei Sitterwerk haben sie mit Sensibilität für den Kontext ein Mehrfamilienhaus entworfen. Artikel lesen

werk-material 11.05/872

Berg und Bett

Umbau Jennyhaus Toggenburg in Wildhaus von Staufer & Hasler

Fabian Tobias Reiner, Roland Bernath (Bilder)

werk-material 11.02/873

Logieren im grünen Würfel

Boutique Hotel B5 in Lugano von DF_DC Architects

Lucia Gratz, Rory Gardiner, Lorenzo Zandri (Bilder)

Lisez werk, bauen + wohnen en abonnement et ne manquez aucune édition ou commandez ce numéro spécial