30.08.2020

Hereinspaziert!

Vielfältige Einblicke von Genf bis St. Gallen

Endlich einmal Le Lignon in Genf besuchen, das grösste Wohngebäude der Schweiz, das Jaccaud Spicher gerade erst sorgfältig renoviert haben? Oder lieber die Tours de Carouge von Jean-Marc Lamunière? Vielleicht gar einen Wald aus zweihundertjährigen Mammutbäumen mitten in der Stadt? Allein in Genf und Umgebung warten an den Europäischen Tagen des Denkmals 29 Rundgänge und Visiten auf interessiertes Publikum – stets unter der Führung kompetenter Fachleute. Trotz Corona können die beliebten Führungen auch dies Jahr wieder stattfinden: Für die Sicherheit der Teilnehmenden wird umsichtig gesorgt; zu vielen Veranstaltungen ist daher Voranmeldung erforderlich.

«Weiterbauen» ist das diesjährige Thema, es lässt wie immer Raum für die unterschiedlichsten Veranstaltungen. In Allschwil (allein 14 Rundgänge!) spielt zur Eröffnung die Dorfmusik, im Gundeldingerfeld Basel zum Abschluss eine Jazzcombo, und in Stans NW lädt Gerold Kunz zum Denkmalpflege-Stammtisch. Im Kanton Freiburg blickt man auf die Veränderungen der Landschaft: Um Hecken geht es in Tafers und Progens, um Alpen zwischen Tradition und Modernisierung in Charmey. Vielerorts werden Fragen gestellt: In Bern-Bümpliz etwa: Darf die Siedlung Meienegg von Hans + Gret Reinhard abgerissen werden? In Sarnen: Gibt es im geschützten Ortskern Raum für Verdichtung? Und in Gais AR fragt Paul Knill, wie Appenzeller Bautradition zeitgemäss fortgeführt werden kann. Dass uns die Tradition des «Weiterbauens» manch besonders wertvolles Denkmal hinterlassen hat, zeigen Führungen in Schlössern wie Spiez (mit Armand Baeriswyl), Effingen AG, auf der Habsburg in Grandson und Yverdon: So richtig mittelalterlich wurde mancher Herrensitz erst im 19. Jahrhundert.

Es ist also ein reiches Buffet angerichtet, für jede Art von Neugier und Wissensdrang. Vielleicht lohnt es sich sogar, das Wochenende vom 12./13. September nicht im eigenen, sondern in einem anderen Kanton zu verbringen, um sich ganz Unbekanntes zeigen zu lassen? Die Programmbroschüre von NIKE Kultur erschliesst die ganze Vielfalt und macht Lust auf Entdeckungen.

— Daniel Kurz
© Denkmalpflege AR
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