5 – 2014

Sacré

Chacun a en tête des représentations et des images assez précises sur l’essence du sacré en architecture, même si elles ne sont peut-être pas réfléchies. Car il y a à peine une génération, les espaces sacrés des églises constituaient pour la majorité une part d’expérience vécue qui allait de soi. Faisait partie de cette expérience hors quotidien le fait de traverser de sombres portes avant de pénétrer dans d’impressionnants espaces emplis de lumière, mais aussi d’une pénombre scintillant d’ors, du parfum de l’encens et des bougies et de la résonance festive des voix dans l’église. Le silence recueilli convient aussi bien à ces espaces que le chant partagé. Au-delà de cette conception chrétienne catholique, c’est dans presque toutes les religions que l’espace béni et sacré émerge du monde profane quotidien et est protégé des impuretés en tant que lieu d’agissement de forces supérieures et d’activités religieuses communautaires: Jésus a chassé les marchands du temple.

Vom Lärm zur Stille

Charakteristik und Wirkungsintensität sakraler Inszenierungen

Nadine Haepke

Was ist das Material sakralen Bauens? Der abendländische Kirchenbau kennt viele Elemente, die Gefühle der Erhabenheit, Demut oder Ergriffenheit wecken. Die Schwelle zwischen Aussen- und Innenraum, in Spannung versetzte Räume, Licht und Schatten, Materialkombinationen, die synästhetisch die Sinne ansprechen, Wege und Ruheplätze sowie Gemeinschaft und Einsamkeit sind Merkmale dichter Raumwirkung, in der das Sakrale anklingt.

Anziehungskraft und Ausstrahlung

Nachwuchs-Campus des FC Basel von Luca Selva Architekten

Christoph Wieser, Ruedi Walti (Bilder)

Das Runde muss ins Eckige. Darum hat die von Luca Selva Architekten für den Fussballclub Basel entworfene Kaderschmiede einen Eingang mit den Proportionen eines Fussballtors. Feierlich wird es einem zumute, wenn man diese Schwelle durchschreitet und sich der Schritt verlangsamt; sachlich hingegen wird die Atmosphäre, sobald man sich in der Lobby und im öffentlichen Restaurant aufhält.

Zwischen Himmel und Erde

Maison de l'Ecriture in Montricher (VD) von Mangeat Wahlen

Sylvain Malfroy, Samuel Nugues (Bilder)

Am Fuss des Waadtländer Juras entstand der Sitz der Fondation Jan Michalski. Der eigensinnige Bau von Vincent Mangeat und Pierre Wahlen spielt metaphorisch mit Motiven der Landschaft – und mit Themen der Weltliteratur. Sakrale Raumphänomene sind allgegenwärtig: unter einem Portikus von 100 Säulen ebenso wie in den Räumen für Bibliothek, Veranstaltungen und Ausstellungen.

Originaltext Französisch

Sprit oder Spirit?

Schneider + Schumachers Autobahnkirche im Siegerland

Florian Heilmeyer, Benedikt Kraft (Bilder)

Vom einfachen Piktogramm für «Kirche» abgeleitet, erzeugt die Autobahnkapelle im Siegerland von Schneider + Schumacher Architekten unerwartet gegensätzliche Assoziationen. Zwischen Fahrbahn und Rastplatz situiert, bietet sie einen Raum der Besinnung, der in maximaler Distanz und Abweichung zum geschäftigen Umfeld Ruhe und Einkehr ermöglicht.

Bemessene Geste, gelebte Präsenz

Das ökumenische Forum in der HafenCity Hamburg

Jörg Seifert, Norbert Miguletz (Bilder)

Eigentlich ist das von Wandel Hoefer Lorch Architekten gebaute Ökumenische Forum in der Hamburger HafenCity ein ganz normales Blockrandgebäude. Doch seine Backsteinfassade verweist an der Strasse mit seinen eingewölbten Stellen und fein gezeichneten kirchlichen Symbolen auf die besondere Funktion: Im Erdgeschoss sorgen Kapelle, Café und Veranstaltungsräume für die Ausstrahlung ins Quartier.

Reinheit des Glaubens

Die Sancaklar-Moschee in Istanbul von Emre Arolat

Olaf Bartels, Thomas Mayer (Bilder)

Am westlichen Stadtrand von Istanbul steht eine Moschee, die konventionellen Vorstellungen von islamischer Sakralarchitektur widerspricht. Das von Emire Arolat geplante Bauwerk schmiegt sich zwischen Mauern aus schwarzem Schiefer an einen sanften Abhang. Dort entfaltet es schlicht und bescheiden das traditionelle Programm rund um Gemeindezentrum, Räume für Waschungen, Hofgarten und Gebetsraum.

Annonce

Debatte

Die Zürcher Architekten Studer, Schneider und Primas argumentieren, dass jenseits der Vorgabenerfüllung die Sprengkraft und der kulturelle Beitrag der Architektur in der Form liegt.

Wettbewerb

Das neun Hektaren grosse Stammareal der Metall Zug AG in Zug soll erneuert, durchmischt und stark verdichtet werden – für einmal bleibt hier jedoch die Industrie bestehen, sie wird sogar ausgebaut.

Recht

Grundstücksteilung

Bücher

Umwelt verstehen. Neues Lehrmittel für die Sekundarschule

Ausstellungen

Ist es nachhaltig? Drei Ausstellungen in Kopenhagen 

Zeitzeichen

Hoffentlich weiterhin: Epigonen!

Benedikt Huber (1959) und Astrid Staufer (2014)

Seit 100 Jahren bewegt sich die Architektur zwischen dem Ruf nach einer verbindlichen städtebaulichen Konvention und dem Streben nach Innovation und individuellem Ausdruck. Wo aber stehen wir heute, wir Schweizer Epigonen der Epigonen der Epigonen?

Kultivierung des Gewöhnlichen

Wohnhausensemble in Wien von Werner Neuwirth, von Ballmoos Krucker und Sergison Bates

Lorenzo De Chiffre, Stefan Müller (Bilder)

Werner Neuwirth, Sergison Bates und von Ballmoos Krucker haben in Wien am ehemaligen Nordbahnhof eine gemeinsame Sprache gefunden für ein Wohn-Ensemble, das städtebaulich besticht.

Originaltext Englisch

Kommunizierende Stadträume

Zur Arealüberbauung Giesshübel Zürich von Burkhalter Sumi Architekten

Tibor Joanelly, Georg Aerni (Bilder)

Drei Einzelbauten haben Burkhalter Sumi Architekten in Zürich figural und offen zugleich mit der bestehenden Stadt so verwoben, das Neu und Alt gleichermassen profitiert.

werk-material 06.06 / 634

Klassisch gestrickt

Stephan Rutishauser, René Rötheli (Bilder)

Verwaltungsgebäude BIT in Zollikofen von Liechti Graf Zumsteg Architekten, Brugg

werk-material 06.06 / 635

Optimiert und durchgestaltet

Anna Hohler, Brigida Gonzalez (Bilder)

Erweiterungsbau der Welthandelsorganisation WTO in Genf von wittfoht Architekten / Prof. Jens Wittfoht, Stuttgart

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