5 – 2017

Des Images puissantes

Il n’y a pas de monographie d’architecture qui ne fasse pas largement mention de son photographe; il n’y a aucun musée doté d’une collection photographique qui n’examine pas son fonds en vue d’une exposition spéciale: la photographie architecturale est sur toutes les lèvres. Pourquoi alors y consacrer encore un cahier? Pour deux raisons. D’une part, les nouveaux médias ont déclenché une augmentation exorbitante de la circulation d’images. On parle d’un langage qui fonctionnerait pour la première fois purement par les images, d’une sorte de « socialisme d’images », comme l’exprime Wolfgang Ullrich (NZZ 31. 10. 2016). Des images répondent à des images et nous participons tous à ce courant. D’autre part, grâce au traitement digital, la production d’images d’avant la construction, l’art du rendu des images (rendering), s’est professionnalisée à tel point qu’elle n’a presque plus de retard de qualité sur la photographie du réel. Le rendu, la photographie et le bâti s’influencent mutuellement. Qui n’a pas fait cette expérience: dans maints sites de nouvelles constructions, on se croirait dans un rendering. Cette incroyable masse d’images, ainsi que les possibilités insoupçonnées de la postproduction, rendent une nouvelle approche de la photographie architecturale indispensable. Information et représentation objective ne peuvent plus en être les seuls objectifs. Et finalement: en tant que rédaction, nous sommes nous-mêmes partie prenante à la production d’images. Dans notre fonction de rédacteurs de la revue – ou de directeurs artistiques – nous influençons un monopole d’interprétation de l’architecture, de par la sélection de ses images. Malheureusement on nous présente assez souvent un choix insatisfaisant: des habitations sans habitants, des musées sans objets exposés, des villes sans vie. Mais pour pouvoir juger d’un objet architectural, il faut faire le test de sa compatibilité avec un usage quotidien – nous en sommes intimement convaincus. Et pourtant, l’utilisation et le quotidien sont le plus souvent bannis des images, comme également la touche subjective du photographe. C’est pour cette raison que nous souhaitons plus de courage de la part des architectes mandataires. Nous espérons pouvoir soutenir le photographe en tant qu’auteur et découvrir ainsi les qualités invisibles de l’architecture au moyen d’un regard plus subjectif. Seul des auteurs de qualité arrivent à déjouer, au moyen d’une narration visuelle indépendante, le piège de la représentation dans la transmission de l’architecture.

Leseprobe aus wbw 5 – 2017

Die Guten unter den Schönen

Fünf Punkte für eine bessere Architekturfotografie

Roland Züger

Für eine Zeitschriftenredaktion wie unsere sind Fotos ein lebenswichtiger Rohstoff. Zu oft sind wir aber nicht zufrieden mit der Ernte. Zu oft zeigen die Bilder Architektur in heroisch erstarrtem Gestus, die Wohnungen leer, die Museen verwaist. Deshalb stellen wir fünf konkrete Punkte für eine bessere Architekturfotografie zur Debatte. Wir fordern mehr Gebrauch, mehr Mensch, mehr Kontext, mehr Wetter und mehr Zeit.

Weg- und wieder hinschauen

Architekturfotografie zwischen Komposition und Raum

Moritz Küng, Roberto Ruiz (Bilder)

Je enger die Beziehung und die gegenseitige Wertschätzung zwischen Architekt und Fotograf, desto ausgeprägter wird die «Bildfindung». Moritz Küng, Ausstellungsmacher und Publizist, zeigt in fünf Beispielen, wo Kongenialität beginnt und wie Fotografie und Architektur Autonomie bewahren: durch verschiedene Handschriften, die Verfremdung der Präsentationsform oder einen verstörend intimen und abschweifenden Blick.

Modell und Bild

Eine friedliche Ehe gerät in Bewegung

Urs Stahel

Das Verhältnis von Architektur und Fotografie war bis anhin kaum ein Feld von grossen Experimenten. Die klare Auftragssituation verhindert das in der Regel. Der Kurator Urs Stahel sieht aber dennoch einen Silberstreif am Horizont: Er zieht Parallelen zur Modefotografie, die in den 1990er Jahren aus einem engen Korsett ausbrach. Ähnliches wäre auch für die Architekturfotografie denkbar.

Ausschnitt und Moment

Fünf Positionen zur Architekturfotografie

Peter Bialobrzeski, Erica Overmeer, Istvan Balogh, Arne Schmitt, Jörg Koopmann

Wo Auftragsfotografie in freie Arbeit übergeht, bleibt der Fotografin oder dem Fotografen mehr Raum für die Wahl von Fokus und Bildsprache – die Grundstücksgrenze begrenzt nicht länger den Bildausschnitt. Die Bildserien von Peter Bialobrzeski, Erica Overmeer, Istvan Balogh, Arne Schmitt und Jörg Koopmann zeigen einen je eigenen Blick auf die gebaute Welt.

Ins rechte Licht rücken

Lieblingsbilder der Redaktion

Roland Bernath, Katalin Deér, Jérôme Humbert, Roman Keller, Walter Mair

Diese Bilder sind vielleicht auch Ihnen aufgefallen? Redaktion und Art Director haben in den Heften der letzten Jahre gestöbert und ihre persönlichen Lieblingsfotos herausgesucht. Es sind Bilder von Roland Bernath, Katalin Deér, Jérôme Humbert, Roman Keller und Walter Mair, mit denen wir eine besondere Erfahrung verbinden.

Annonce

Debatte

Hochhauskonzepte helfen nicht weiter, wenn sie nur Ausschlussgebiete für Hochhäuser definieren. Der Städtebauer Han van de Wetering plädiert daher für Planungen, die Wunsch- Standorte mit städtebaulicher und ökonomischer Ausstrahlung definieren.

Wettbewerb

Die Stadtgemeinde Grand-Saconnex spannte für den Wettbewerb Carantec mit einem privaten Investor zusammen, um an städtebaulich entscheidender Stelle mit Wohnbauten Städtebau zu schaffen. Group8 hat den Wettbewerb gewonnen. Originaltext Französisch

Recht

Nur rechtzeitig und schriftlich abgesetzte Abmahnungen, nicht aber generelle Klauseln im SIA-Vertrag befreien den Architekten vor unabsehbaren Schadenfolgen.

Bücher

Um die Produktionsbedingungen der Architekturfotografie, um das Zustandekommen und die Auswahl von Bildern geht es im Band Vom Nutzen der Architekturfotografie von Angelika Fitz und Gabriele Lenz.

Ausstellungen

Mit dem Umbau des ehemaligen Commonwealth Institute hat das London Design Museum einen höchst repräsentativen neuen Sitz bekommen. Claude Lichtenstein berichtet.

Kolumne: Architektur ist … ein Long Take

Daniel Klos, Johanna Benz (Illustration)

Unser Kolumnist versetzt uns in eine atemlose Szene mitten in einem Fussballstadion in Buenos Aires. Die ungeschnittene Filmsequenz, der so genannte Long Take ist für ihn der Anlass, über Raum, Zeit und Kopfkino nachzudenken.

Lernen von Export Barcelona

Wohnungsbau im städtischen Kontext

Xavier Bustos und Nicola Regusci

Enge Grundrisse – reicher Aussenraum. Wohnbauten in Barcelona unterscheiden sich von jenen in der Schweiz, wo man sich auf die Grundrisstypologie konzentriert. Seit 2013 fördern Xavier Bustos und Nicola Regusci mit ihren Import–Export-Ausstellungen den Architekturaustausch.

Originaltext Spanisch

Erstling: Auf den Weg gebracht

Primarschule in Mülligen AG von Franco Pajarola und Christian Bühlmann

Christoph Ramisch, Benedikt Redmann (Bilder)

Mit einem erfahrenen Projektpartner realisiert der junge Architekt Franco Pajarola seine erste Schulhauserweiterung. Dies ermöglicht die Umsetzung des Entwurfs ohne schmerzliche Kompromisse.

werk-material 01.07 / 692

Zaumzeug für den Raum

Rahel Hartmann Schweizer, Christine Blaser (Bilder)

Bauernhaus-Umbau in Wattenwil BE von Johannes Saurer, Thun und Matthias Rindisbacher, Bern

werk-material 01.07 / 693

Dialektik der Bri-Collage

Clea Gross Matter, Jürg Zimmermann (Bilder)

Umbau eines Bauernhauses mit Scheune in Winterthur-Iberg von Jonathan Roider, Zürich

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