«Wir bauen lieber selbst»

Häuser aus Stroh: vom Eigenbau zum grossen Massstab

Paul und Werner Schmidt im Gespräch mit Jenny Keller und Roland Züger

Atelier Schmidt in Trun ist Pionier im Bauen mit Stroh, über 60 Bauten hat es realisiert. Jüngst haben seine Köpfe gar Herzog & de Meuron beim Bürohausprojekt in Allschwil beraten. Im Gespräch verraten Vater und Sohn, was sie am Bauen mit Stroh fasziniert und was man ändern müsste, um dem Material zum Durchbruch zu verhelfen.

werk, bauen + wohnen Was macht für Sie das Bauen mit Stroh interessant?

Paul Schmidt Wir möchten dieses Baumaterial ins 21. Jahrhundert führen. Schon mit der Erfindung der Strohballenpresse am Ende des 19. Jahrhunderts sind die ersten Strohballenhäuser gebaut worden. Das Baumaterial gelangte aber nie in den Blick der Architektur. Eigentlich ist das Nischendasein erstaunlich, weil der Baustrohballen ein industrialisiertes Normprodukt ist, das jederzeit und überall in der Schweiz erhältlich wäre. Wenn ich eine Lastwagenladung Stroh brauche, rufe ich heute an und kriege morgen das Material geliefert. Das ist bei anderen Bauprodukten unmöglich. Der Grund liegt in der eingespielten Logistik der Landwirtschaft. Alles ist bereits vorhanden. Das Produkt selbst ist optimiert, seine Masse auf die Lastwagenbreite angepasst. Mehr Finesse geht nicht. Zudem ist es ein staatlich subventioniertes Produkt, das regionale Wertschöpfungsketten stärkt.

wbw Weshalb also entstehen nicht mehr Häuser aus Stroh?

Paul Schmidt Leider haben die Bauindustrie- und die Landwirtschaftslogistik nichts miteinander zu tun. Man müsste versuchen, diese zwei Industrien einander näherzubringen. Zudem gibt es keine Lobby für den Baustrohballen. Das Ziel wäre, dass im Baumarkt Strohballen neben Ziegeln liegen. Am schwierigsten zu verstehen ist jedoch, warum Stroh im Holzelementbau nicht öfter zur Anwendung kommt. Es ist dafür ja eigentlich das optimale Produkt. Und der Schritt für die ganze Bauindustrie wäre im Prinzip ein kleiner.

Bei der Vorfabrikation der Holzelemente für die Siedlung in Nänikon erfolgt die Bestückung mit Stroh als Dämmmaterial samt Aussen- und Innenputz, Sanitär- oder Elektroinstallation bereits in der Werkhalle der Zimmerei. Bild: Damian Poffet

wbw Wie kamen Sie überhaupt zum Stroh?

Werner Schmidt Mich haben Nachhaltigkeit und Ökologie schon immer interessiert, seit dem Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Als ich in die Schweiz zurückgekommen bin, wollte ich Häuser bauen, die keine Heizung mehr benötigen. Mit dem guten Wetter im Winter bei uns in den Bergen ergibt sich die Möglichkeit, die Energie der Sonne zu nutzen. Das erste Haus konnten wir in Sedrun auf 1500 Metern über Meer realisieren, mit einer 50 Zentimeter dicken Wärmedämmung. Es hat bis heute keine Heizung. Das war Anfang der 1990er Jahre, und wir haben das Haus noch in Steinwolle gehüllt. Doch die benötigt viel Graue Energie. Darauf nutzten wir Zellulose, machten Versuche mit Sägemehl und Kalk. Im Kloster Disentis gibt es Gewölbe, die bereits 1905 mit Sägemehl und Kalk isoliert wurden. Das funktioniert wunderbar bis heute.

wbw Was waren Ihre Erkenntnisse aus den frühen Bauten?

Werner Schmidt Ich realisierte, dass neben der Betriebsenergie, die im Passivhaus gegen Null tendierte, die Graue Energie wichtiger wird. In den industriell gefertigten Isolationsmaterialien steckt sehr viel davon, unabhängig ob es jetzt Steinwolle, Zellulose oder Styropor ist. Stroh braucht 15 mal weniger Graue Energie als Styropor.1 Aufgrund dieser Überlegungen suchte ich ein Baumaterial, das preiswert ist, in genügender Menge vorhanden, baubiologisch unbedenklich und problemlos zu entsorgen. So kam ich zum Stroh.

wbw Was war der initiale Moment?

Werner Schmidt Ein Kollege hat mir aus Neuseeland ein Buch geschickt: The Straw Bale House.2 Zuerst dachte ich, das funktioniert doch nicht. Aber es hat mich dann doch nicht losgelassen, weil alle meine wesentlichen Kriterien mit diesem Material erfüllt werden konnten. Ende 1990er Jahre bin ich nach New Mexico gereist. Dort konnte ich mit anderen zusammen ein solches Haus aufbauen. Ich habe dort sicher 30 weitere Häuser angeschaut. Das hat mich überzeugt. Nur kam damals keiner und sagte, ich will ein Haus aus Stroh. Wir haben bei einem Dutzend Aufträgen ein konventionelles Projekt gezeichnet und gleichzeitig eine Alternative mit Stroh, bis ein Bauherr überzeugt war. 2000-01 konnten wir das erste Strohballenhaus in Disentis realisieren, in lasttragender Bauweise. Es funktioniert tadellos.

Alle Wohneinheiten in den drei Zeilen
sind vom Gemeinschaftshof aus erschlossen.
Bild: Beat Brechbühl

wbw Zur Konstruktionsweise würden wir gerne mehr erfahren: Wie wird der Entscheid getroffen, ob Stroh als Dämmung oder als tragender Baustoff eingesetzt wird?

Werner Schmidt Die lasttragende Konstruktion besteht aus reinem Stroh, darum ist sie für mich die schönste. Diese Konstruktion benötigt Wandstärken von 80 Zentimetern bis 1,20 Metern. Ist der Raum knapp, geht das oft nicht. Daneben gibt es die Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Holz, mit Strohballen ausgefüllt. Oder die Elementbauweise, die wir in Nänikon angewandt haben; im Winter werden die Elemente in der Werkstatt produziert und mit Stroh gefüllt, und dann im Frühling, wenn der Baumeister mit dem Fundament fertig ist, beginnt der Aufbau. In Deutschland haben wir eine teillasttragende Konstruktion entwickelt, weil es keine DIN Norm gibt für Strohballen. Um das Gebäude bewilligt zu bekommen, haben wir ein Holzhaus mit einer Strohdämmung gezeichnet. Das haben die Behörden akzeptiert. Der Nachteil ist, dass die Bauherrschaft viel mehr Holz bezahlt, als notwendig wäre. Das ist in der Schweiz besser: Die Verantwortung trägt der Architekt oder die Ingenieurin. Deshalb gibt es hier mehr Möglichkeiten. So konnten wir beim Gartencenter in Bubikon ein lasttragendes Kraggewölbe aus Strohballen errichten, wie bei den Trulli in Apulien. Dafür braucht man nur noch sehr wenig Holz, denn die Strohballen nehmen sämtliche Lasten auf. Darüber hinaus haben wir auch schon mehrmals bestehende Häuser mit Stroh gedämmt, ein altes Haus in Susch wie auch einen Industriebau der Nachkriegszeit im solothurnischen Trimbach. Das wird in Zukunft noch öfter der Fall sein.

Für die selbsttragende Konstruktion werden
grosse Strohballen aufgeschichtet. Zenitales
Licht dringt von oben ins Haus, das als
Ausstellungs- und Verkaufsraum dient.
Bild: Atelier Schmidt

wbw Sie haben den Vorteil des Bauens in der Schweiz angesprochen: Ihr Vater war Baumeister, der Bruder Ingenieur, nun sind Sohn und Tochter im Betrieb tätig. Man trägt sozusagen das Risiko innerhalb der Familie?

Werner Schmidt Mein Bruder ist Ingenieur und dem Strohballenbau nicht abgeneigt, aber die statischen Berechnungen für Stroh macht er nicht. Wichtiger ist: Mein Vater war Maurer und so bin ich auf Baustellen und in der Werkstatt aufgewachsen. Er wollte, dass ich zuerst ein Handwerk lerne, so wurde ich Maurer. Daraufhin besuchte ich das Technikum Winterthur, später studierte ich in Wien. Die Familiengeschichte hat wohl schon einen Einfluss darauf, warum der Strohbau wichtig wurde. Man muss aushalten, dass man die Masse nicht auf den Millimeter genau definieren kann. Und: Es gibt wenige, die das ausführen wollen und können. Die unerfahrenen Unternehmen rechnen so viel Risiko ein, dass man es nicht mehr bezahlen kann.

wbw Wie finden Sie ihre Partner und wie läuft der Bauprozess?

Werner Schmidt Es hängt davon ab, welche Bauweise verfolgt wird. Im Elementbau schreiben wir die Arbeiten beim Zimmermann aus und suchen die Unternehmer über eine Ausschreibung. Wenn die lasttragende Bauweise geplant ist, müssen wir meist den Aufbau selber in die Hand nehmen. Wir arbeiten oft mit der Mannschaft eines kleinen Bauunternehmens aus Disentis zusammen. Sie haben Erfahrungen mit Sanierungen und Umbauten. Das bewirkt, dass sie sehr flexibel und offen sind und situativ nach Lösungen suchen. Das ist auch beim Strohbau wichtig. Wir haben Erfahrung von bald 60 Strohhäusern, davon vielleicht 15 in lasttragender Konstruktion. Die Baustelle leiten folgende Überlegungen: Der Baumeister hat Zugang zu einem Kran, der Zimmermann zu den vorfabrizierten Elementen oder zu seiner Werkstatt, wenn irgendetwas wäre. Mit sieben bis acht Leuten und der Bauherrschaft wird das Haus aufgerichtet.

Vorgefertigte Holzrahmen mit Strohdämmung
und einer äusseren Schicht Bambusstangen
schaffen im Bestand aus den 1970er Jahren ein stabiles Raumklima. Bild: Atelier Schmidt

Paul Schmidt Wir stehen dem Handwerk nahe. Diese Nähe macht es möglich, dass man die Sachen auch prüfen kann - ob es funktioniert oder nicht. Wir wollen auch konstruktiv nachvollziehbare Bauten erstellen. So arbeiten wir oft mit auslandenden Dächern, weil damit die Gebäude ihren Bewohnenden möglichst lange ohne Schaden erhalten bleiben. Aber es ist von den Projekten und den Bauherrschaften abhängig, wie weit die Innovationen führen. Das Gartencenter mit dem Kraggewölbe war innovativ. Damit es bezahlbar blieb, mussten wir es selbst errichten. Parallel dazu haben wir auch konventionelle Projekte im Atelier, in einer Bauweise mit Stroh, die jeder Zimmermann ausführen kann.

wbw Welche Masse hat der Baustrohballen eigentlich?

Werner Schmidt Die Masse unterscheiden sich nach Maschinenhersteller. Als Faustformel gilt: Die grossen Strohballen sind 1,20 breit und 2,40 Meter lang und 70 bis 90 Zentimeter hoch. So passen zwei Ballen nebeneinander auf einen Lastwagen von 2,40 Meter Breite. Der mittlere ist 80 Zentimeter breit, 1,60 lang und hat die gleiche Höhe. Der kleinste ist 50 Zentimeter breit, einen Meter lang und 35 – 38 Zentimeter hoch. Diese ragen leicht über den Rand eines Lasters hinaus.

Paul Schmidt Wenn wir konventionell bauen, dann arbeiten wir mit den kleinen, 35 Zentimeter breiten Strohballen. Diese entsprechen der Ständerdicke im Holzbau, sind somit massentauglich. Bei den kleinen Ballen braucht es keinen Kran, die grossen wiegen über 300 Kilo. Die Kleinballen haben aus unserer Sicht das grösste Potenzial, massentauglich zu werden, weil sie bauindustrietauglich sind. Der Lambda-Wert von Stroh ist 0.045, genau gleich wie Steinwolle. Aber es kommt darauf an, wo dieser Wert gerechnet wir: in der Schweiz, in Deutschland oder in Österreich. Wir orientieren uns an den deutschen Vorgaben.

Auf einer Reise nach New Mexico hat Werner Schmidt Ende der 1990er Jahre den Strohballenbau in eigener Anschauung erlebt. Bild: Werner Schmidt

wbw Warum stammt das Stroh nicht immer aus der unmittelbaren Nachbarschaft? In Nänikon stamme es aus dem Elsass, haben Sie gesagt.

Paul Schmidt Die Schweizer Landwirte züchten Vieh und bauen wenig Getreide an, wegen der grösseren Wertschöpfung und der hiesigen Subventionspolitik. Die Viehwirtschaft hat einen hohen Bedarf an Stroh. Der wird in erster Linie von den umliegenden Ländern gedeckt, konkret aus Süddeutschland, Elsass oder Norditalien. Das heisst, selbst wenn ein Bergbauer Stroh bestellt, stammt es womöglich aus Süddeutschland.

wbw Warum kann man denn kein Geld verdienen mit dem Stroh?

Paul Schmidt Vorab: Ein Bauer verkauft sein Stroh sowieso. Wenn nun die Bauindustrie versuchen würde, mehr Stroh zu verbauen, käme ein Prozess ins Rollen, an dessen Ende der nach einer Norm zertifizierte Baustrohballen steht, der aber 50 Prozent mehr kostet als beim Bauern. Für den Durchbruch in der Baubranche ist es aber vielleicht nötig, diesen Schritt zu gehen.

Werner Schmidt Am schönsten ist es, wenn man einen Bauern kennt, der Weizen anbaut, wie einst eine Bauherrschaft in Ulm. Stroh ist ja sein Abfallprodukt. Das wäre ideal.

Paul Schmidt Die österreichische Firma Sonnenklee, eine Bauernkooperative, verkauft bereits Stroh als Bauprodukt. Sie haben die Logistik dazu aufgebaut und einen Bauberater eingestellt. Bezieht man den Strohballen bei ihnen, ist er freilich etwas teurer, als bei der Landi. Dafür erhält man beispielsweise auch Beratung für Detaillösungen. Das Problem ist nur, dass wir als Architekten, die mit Stroh bauen, mit wenigen Ausnahmen fast alleine dastehen. Viele kommen zu uns, weil sie fachliche Auskunft erwarten. Aber wir sind kein Vertrieb, sondern ein Architekturbüro. Wir können nur bedingt helfen, wir bauen lieber selbst. In Deutschland und Frankreich gibt es Dachverbände mit Fachstellen, bei denen man sich informieren kann.3

wbw Welches Stroh verwenden Sie, welches eignet sich besser als anderes?

Werner Schmidt Bei der Siedlung in Nänikon haben wir Weizenstroh benutzt, das ist das häufigste. Wir haben aber auch schon mehrmals Häuser mit Gerste errichtet, Roggen, Dinkel oder mit Emmerstroh, das von einer Einkorn-Pflanze stammt, die bereits die Römer angebaut haben. Grundsätzlich könnte man mit allem bauen. Etwas weniger geeignet sind Heu und Gerste, die wiederum gewisse Insekten lieben, weil sie weicher sind. Strohhalme weisen eine dünne Schutzschicht auf und verrotten deshalb weniger schnell, beispielsweise auf den Dächern Norddeutschlands. In einem Reisanbaugebiet in Italien haben wir auch schon Reisstroh verwendet. Wichtig ist, langhalmiges Stroh einzusetzen, nicht gehäckseltes, wie die Bauern beim Einstreuen. Bei einer verputzten Wand haftet der Mörtel besser, je tiefer die Halme in die Wand eingebunden sind.

wbw Was sind die drei wichtigsten Faustregeln bei der konventionellen Ständerbauweise mit Stroh?

Paul Schmidt Die Dimension des Ballens bestimmt den Achsabstand des Holz-Ständers. Das berücksichtigen wir von Beginn an mit, um die Projekte zu optimieren. Ansonsten gelten die Regeln des Holzbaus: Der konstruktive Witterungsschutz ist zentral, die relative Feuchtigkeit muss stimmen. Langlebigkeit ist das Ziel.

Auf einer Reise nach New Mexico hat Werner Schmidt Ende der 1990er Jahre den Strohballenbau in eigener Anschauung erlebt. Bild: Werner Schmidt

wbw Welche politischen Rahmenbedingungen müssten sich ändern, damit Stroh mehr Verbreitung findet?

Paul Schmidt Hierzulande müsste beispielsweise das Minergie-Label den Fokus weniger auf technische Aspekte legen als vielmehr auf die Herstellungsenergie des Materials, die Graue Energie.

Werner Schmidt Entscheidend aus unserer Sicht ist das Verhältnis von Grauer Energie und Betriebsenergie: Was an Energie anfällt, müsste in 20 Jahren durch die Plusenergie kompensiert sein. Dazu bräuchte es eine einzige Regel. Das würde bereits genügen.

wbw Wäre dem Strohbau mit einer CO₂-Bepreisung geholfen?

Werner Schmidt Zumindest würden wir für jede eingebaute Tonne CO₂ viel Geld erhalten.

Paul Schmidt Es ist aus Sicht der Natur ungerecht, dass ein Bauprodukt wie Styropor, das mit enormer Energie aus Erdöl hergestellt wurde, günstiger als Stroh verkauft werden kann. Politisch ist aber der Wille nicht da, das zu ändern. Das gesellschaftliche Interesse jedoch steigt, wir erhalten in letzter Zeit vermehrt Anfragen. Es ist salonfähiger. geworden, mit Stroh zu bauen. Aber an den Hochschulen wird das häufig noch ignoriert und das entsprechende Knowhow wird nicht vermittelt. Da müsste man ansetzen.

wbw Fehlt das Bewusstsein für das konstruktive Entwerfen mit Stroh?

Paul Schmidt Die Distanz zum Handwerk ist heute bei vielen Architekturschaffenden oder auch Baubeteiligten oft gross.

Auf einer Reise nach New Mexico hat Werner Schmidt Ende der 1990er Jahre den Strohballenbau in eigener Anschauung erlebt. Bild: Werner Schmidt

wbw Kann ein Projekt wie Hortus in Allschwil von Herzog & de Meuron, bei dem Sie als Berater involviert waren, dem Stroh mehr Bekanntheit verschaffen?

Paul Schmidt Auf jeden Fall. Ein Leuchtturmprojekt von solcher Ausstrahlung verhilft natürlich auch dem Bauprodukt Stroh zu mehr Bekanntheit. Herzog & de Meuron wägen stark zwischen ästhetischen und ökologischen Fragen ab. Verschiedene Details hätten wir einfacher und pragmatischer gelöst, ohne Nachteile für die ökologie – freilich mit einer anderen Anmutung (vgl. S. 16). Wir starten unsere Projekte eher mit der Konstruktion als mit dem Bild.

Paul Schmidt (1984) ist gelernter Sekundarlehrer und Architekt (HTW Chur). Seit 2017 ist er Geschäftsführer des Architekturbüros Atelier Schmidt in Trun.

Werner Schmidt (1953) ist gelernter Maurer und Architekt. Nach dem Architekturdiplom an der HTL Winterthur studierte er Architektur an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien bei Prof. Hans Hollein. Seit 1989 führt er sein eigenes Architektur- und Designbüro Atelier Werner Schmidt in Trun, das seit 2017 als Atelier Schmidt unter der neuen Leitung seines Sohnes Paul Schmidt weitergeführt wird.

1 Laut der Liste für Ökobilanzdaten von KBOB/ecobau gilt für Polystyrol (EPS) 8790 Umweltbelastungspunkte (UBP), Polystyrol (XPS) sogar 19 700 UBP, für Stroh lediglich 586 UBP. Die Liste ist frei verfügbar unter: www.ecobau.ch. Vgl. dazu auch die aktuelle Ausstellung aus der Recherche eines Entwurfssemesters am ETH Lehrstuhl Gigon/Guyer. Die Material-Schau ist bis zum 24. Juni 2022 zu Gast an der ZHAW in der Halle 180 auf dem Sulzerareal in Winterthur.

2 Athena Swentzell Steen, Bill Steen, David Bainbridge, David Eisenberg, The Straw Bale House, Chelsea 1994.

3 Informationen zum Strohballenbau gibt es von diesen Fachstellen: FASBA – Fachverband Strohballenbau Deutschland e.V. (www.fasba.de); stroh+paille+paglia (Verein) (www.stroh-paille-paglia.ch); ASBN – Austrian Strawbale Network (www.baubiologie.at); ESBA – European Straw Building Association (www.strawbuilding.eu).

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