Architektinnen und Architekten sind nicht gerade für ihren Humor bekannt. Viele Bauten bestätigen das Klischee: Sie sind monoton, grau und bitterernst. Warum eigentlich? Die einen argumentieren mit überbordenden Baukosten und Anforderungen, andere mit den Nachwehen des Schweizer Minimalismus. So oder so, vor dem Hintergrund des aktuellen Weltgeschehens sehnen wir uns doch alle nach Momenten der Leichtigkeit. Höchste Zeit also, der heiteren Seite der Architektur ein Heft zu widmen. Denn Lachen baut Stress ab und verbindet, feine Ironie amüsiert und weist ohne Fingerzeig auf Missstände hin: in gezeichneter oder geschriebener Form.
Und auch in gebauter Form muss man nach dem Humor gar nicht so lange suchen. Er findet sich in allen Epochen der Architekturgeschichte und besonders oft im Detail: eine kleine Irritation, eine unterlaufene Erwartung, eine überraschende Assoziation. Solche Momente erheitern nicht nur den Alltag, sie lösen Probleme und öffnen Möglichkeiten.
Gebäude haben Humor, sie können kichern oder gar laut lachen. Dies kommt an architektonischen Elementen zum Ausdruck, die notwendig sind und den Raum bewohnen, bevor es die Menschen tun. Und wenn eines der Elemente mal aus der Reihe tanzt, dann gerät der Raum ins Wanken und wird lebendig. Artikel lesen
Die Bauten von Loeliger Strub fallen auf: Sie wirken beschwingt, sind farbenfroh und oft beweglich. Im Gespräch geht es um die Lust am Gestalten, die erzählerische Kraft der Architektur und wie das Duo Freiheit im Entwerfen findet. Artikel lesen
Die Karikatur setzt einen unkonventionellen Kontrapunkt zum traditionellen Architekturdiskurs. Sie hält der Disziplin kritisch den Spiegel vor. Hinter ihrer scheinbaren Einfachheit verbirgt sich eine enorme künstlerische und kulturelle Komplexität. Artikel lesen
Mit der Erweiterung des New College haben sich David Kohn Architects auf die pittoreske Tradition Oxfords eingelassen. Städtische Elemente sind als gerahmte Ausblicke komponiert und Räume wie Bühnenbilder entstanden. Selbst Details wie die Steingrotesken und Wasserspeier nehmen Anleihe an den Gründungsbauten des New College. Originaltext Englisch
Die Redaktion vergab einen scheinbar simplen Auftrag: in einem humorvollen Text den Berufsstand der Architekten und Architektinnen aufs Korn zu nehmen. Die Architekturjournalistin Antje Stahl wertet: Mission: Impossible. Artikel lesen
Symbole waren Charles Jencks’ Markenzeichen. Auf die Spitze trieb er dies in seinem Wohnhaus in London. Jeder Winkel ist gestaltet und lädt zum schmunzeln ein. In fünf Szenen führt die Autorin durch die Räume voller Hintersinn und Formenreichtum. Artikel lesen
Was fördert Qualität in der Architektur? Eine Antwort dafür sieht Naïri Arzoumanian in der Gestaltung von Planungsprozessen. Weit über das Projekt hinaus geht ihre Betrachtung, die neben Abläufen auch die Berufspraxis Architekturschaffender einschliesst. Dort müssen angesichts neuer Handlungsfelder im klimagerechten Bauen die Rollen überdacht werden. Originaltext Französisch
Das Naturmuseum in Chur soll aufgestockt werden. Das entschied jüngst die Jury des Projektwettbewerbs zur Instandsetzung und Erweiterung der Einrichtung. Warum diese massive Veränderung des Bauwerks von Bruno Giacometti umstritten ist, benennt Barbara Wiskemann in ihrer Besprechung des Verfahrens.
Zürich im ZAZ-Bellerive: Dialoge zur Verdichtung. Daniel Kurz erklärt in seiner Besprechung, wie die Ausstellungsmachenden der ETH Zürich und der USI Mendrisio die Stadt methodisch erfassen und welche Lösungen zur Innenentwicklung sie vorschlagen. Wir empfehlen auch einen Besuch in Lausanne zur EPFL Story und in Renens zu Architekturvisionen.
Die sanfte Stadterneuerung läutete im Wien der 1970er Jahre die Renaissance der gründerzeitlichen Stadt ein. Wo heute gentrifiziert wird, galt es damals soziale und bauliche Missstände zu beheben. Nun macht ein Buch diese wichtige Strategie des Erhalts sichtbar. Ein ebenso bedeutendes Engagement für die Stadt beleuchtet Zürich lebenswert umbauen mit der Ära Ursula Koch. Ausserdem: Spaces of Belonging – The Architecture of Muzharul Islam.
Artai Sánchez und Davide Morgillo sind neugierig. Vor allem unscheinbare Dinge interessieren sie. Einfachheit bedeutet für sie Konzentration, Reibung mit dem Bestand führt zu unerwarteten Lösungen. Das zeigt ihre Aufstockung der Gemeindeverwaltung in Frutigen. Artikel lesen
Der Plantahof in Landquart blickt auf eine lange Geschichte zurück. Für die Erneuerung des Tagungszentrums war sie wichtig, doch gehen Nickisch Walder ihren eigenen Weg: Die Mitte definieren neu ein Hof und ein Saal unter einem hohen, langen Satteldach. Mit Unterkunft und Küchengebäude ist ein subtil verbundenes Ensemble entstanden, das die Landschaft einbezieht.